Die Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat Teile der FIFA-Ticketpraxis bei der zurückliegenden Fußball-Weltmeisterschaft als illegal bewertet. Nach einem monatelangen Verfahren stellte die in Halle ansässige Aufsicht Verstöße gegen den Glücksspielstaatsvertrag fest und kündigte Konsequenzen für künftige Turniere an. Welche konkreten Maßnahmen folgen, geht aus dem zugänglichen Bericht der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) nicht hervor.
Warum die Ticketvergabe die Aufsicht beschäftigt
Der Bericht führt die Prüfung mit intransparenten Preisen, unklaren Sitzplätzen und Tickets zum Millionenpreis ein. Er erläutert jedoch nicht, welche konkrete Verkaufsmethode die Behörde beanstandete oder wie einzelne Käufer betroffen waren. Damit bleibt offen, welcher Aspekt der Ticketvergabe für die rechtliche Einordnung ausschlaggebend war.
Die betreffende Weltmeisterschaft wurde in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen. Für die GGL liegt der regulatorische Kern darin, ob ein Angebot nach deutschem Recht als Glücksspiel einzuordnen ist und dafür eine Erlaubnis benötigt. Der Glücksspielstaatsvertrag bildet den Rahmen für diese Bewertung; die Meldung nennt ihn als Grundlage der festgestellten Verstöße.

Monatelanges Verfahren, aber keine Details zu Sanktionen
GGL-Sprecherin Franciska Quaiser bestätigte der MZ, die Behörde habe „Verstöße gegen die Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags“ festgestellt. Nach Angaben der Sprecherin fiel das Vorgehen der FIFA teilweise unter Glücksspiel nach deutschem Recht. Da die FIFA in Deutschland keine Erlaubnis zur Veranstaltung von Glücksspielen besitze, sei die betreffende Praxis unzulässig gewesen.
Der Bericht benennt allerdings weder eine konkrete Sanktion noch die genaue Mechanik, die zur Einstufung führte. Auch bleibt offen, welche künftigen Turniere oder Vertriebsmodelle von den angekündigten Konsequenzen erfasst werden. FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigte die Ticketpreise für die Weltmeisterschaft; weitere Aussagen zu seiner Rolle im Verfahren sind nicht belegt.
Die Entscheidung fällt in den Zuständigkeitsbereich einer länderübergreifenden Aufsicht. Die GGL wird in anderen Zusammenhängen auch mit dem Dialog über die Regulierung des Glücksspielmarktes und dem Ausbau technischer Kontrollinstrumente in Verbindung gebracht. Ihr Dialog mit Glücksspielanbietern und die Weiterentwicklung des LUGAS-Systems betreffen jedoch nicht die konkrete FIFA-Feststellung.
Konsequenzen für kommende Turniere angekündigt
Die Behörde will die Verkaufspraxis der FIFA weiterhin anlassbezogen prüfen. Für kommende Turniere kündigt der Bericht Konsequenzen an, ohne deren Umfang oder Form zu benennen. Separate Prüfungen anderer Ticket- oder Tokenmodelle lassen sich aus den vorliegenden Angaben nicht mit der abgeschlossenen Bewertung dieser Ticketpraxis gleichsetzen.