SkyCity will den formellen Verkaufsprozess für sein Adelaide-Casino und das angrenzende Luxushotel Eos in Kürze starten. Die Investmentbank UBS begleitet das Vorhaben; nach Angaben des Konzerns haben sich bereits glaubwürdige Interessenten nach dem Vermögenswert erkundigt. Ein Käufer steht damit noch nicht fest.
Zu dem Komplex an der North Terrace gehören markante Gebäude rund um den Bahnhof Adelaide, darunter das goldfarbene Haus am Festival Plaza. SkyCity informierte die Aktionäre in einem Handelsupdate über die Verkaufspläne. Der Schritt folgt auf eine strategische Überprüfung des Adelaide-Geschäfts, die nach Angaben des Unternehmens noch läuft.

Geldstrafe und schwächere Geschäftszahlen
Der geplante Verkauf kommt in einer Phase finanziellen und regulatorischen Drucks. Nach einer umfassenden Prüfung des Adelaide-Geschäfts verhängte die Regierung des Bundesstaats eine Geldstrafe von 21 Millionen. Die Untersuchung leitete der pensionierte Richter Brian Martin, ein ehemaliger Richter am Obersten Gerichtshof.
Martins Prüfung stellte Versäumnisse des früheren Managements bei den Pflichten zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung fest. Im August des Vorjahres kam er zugleich zu dem Schluss, dass SkyCity weiterhin geeignet sei, die einzige Casino-Lizenz in Adelaide zu halten. Seine Bewertung benannte jedoch auch eine mangelhafte Unternehmenskultur und Verstöße gegen die geltenden Verpflichtungen.
Auch die Geschäftszahlen setzen den Konzern unter Druck: Der Gewinn der Gruppe sank im letzten Geschäftsjahr um 37,6 Prozent auf 15,1 Millionen. Die Konzernverschuldung lag bei 492,7 Millionen und damit nach Unternehmensangaben leicht über den Erwartungen. Die Zahlen machen den geplanten Verkauf zu einem wichtigen Teil der laufenden Prüfung, ohne dass SkyCity bereits einen Abschluss oder einen Verkaufspreis bekannt gegeben hätte.
Zwei Angebote für den Gesamtkonzern
Neben den Anfragen zu Adelaide erhielt SkyCity unaufgefordert zwei Vorschläge zur Übernahme des gesamten Unternehmens. Die Gruppe betreibt auch ein Casino in Auckland, Neuseeland. Der Verwaltungsrat entschied einstimmig, dass die Vorschläge den zugrunde gelegten Wert des Konzerns nicht angemessen widerspiegelten; zu den vorgelegten Bedingungen ging SkyCity daher nicht weiter vor.

Gleichzeitig bleibt das Unternehmen mit beiden Interessenten im Gespräch. Die Übernahmeansätze für die gesamte Gruppe sind vom geplanten Verkauf des Adelaide-Komplexes getrennt zu betrachten: Für Adelaide beginnt erst ein formeller Prozess, der neben den bereits bekannten Interessenten auch weitere Käufer ansprechen kann. Angaben zu möglichen Geboten oder zu den beteiligten Parteien machte SkyCity nicht.
Regulatorische Einigung noch in Verhandlung
Parallel zum Verkaufsprozess verhandelt SkyCity nach eigener Darstellung weit fortgeschritten über eine verbindliche Vereinbarung mit Consumer and Business Services, der zuständigen Behörde in Südaustralien. Sie soll die noch offenen regulatorischen Fragen aus der unabhängigen Prüfung abschließend klären. Die Geldstrafe von 21 Millionen soll in drei gleichen Raten über zwei Jahre an den Bundesstaat gezahlt werden.
Als nächster konkreter Schritt steht der formelle Verkaufsprozess unter Beteiligung von UBS an. Entscheidend wird sein, ob sich aus den Anfragen belastbare Angebote entwickeln. Bislang ist weder eine Vereinbarung über den Verkauf des Adelaide-Casinos noch ein verbindliches Gebot gemeldet; die strategische Überprüfung und die Gespräche mit den südaustralischen Regulierungsbehörden laufen weiter.