Wayne Gretzky, Rekordhalter der NHL für Karrierepunkte, kehrte am Dienstag, dem 29. September, für eine Keynote zur Global Gaming Expo (G2E) 2026 nach Las Vegas zurück. Neben der Hockey-Legende bestimmten führende Casino-Manager und der Konflikt um Prognosemärkte die Messe, auf der sich die Glücksspielbranche an einem regulatorischen und wirtschaftlichen Wendepunkt zeigte. Auch andere internationale Branchentreffen wie die ICE Barcelona bringen wichtige Akteure der Branche zusammen.
Gretzky sprach mit BetMGM-Chef Adam Greenblatt über seine Liebe zum Sport und den Antrieb der erfolgreichsten Athleten. Über Glücksspiel sprach der Kanadier in diesem Gespräch nicht. Seinen Anspruch an Spitzenleistungen fasste er so zusammen: „The best athletes in the world, and I mean this in a nice way, are really selfish“, sagte Gretzky.

Am selben Tag trat Basketball-Ikone Michael Jordan beim SBC Summit Lisbon mit Sportradar-CEO Carsten Koerl und DraftKings-Chef Jason Robins auf. Die Auftritte fielen in eine Phase, in der die Integrität des Sports durch mehrere Verfahren unter Druck steht: Laut dem Bericht sollten ein Prozess gegen zwei Pitcher der Cleveland Guardians sowie separate Fälle mit NBA- und College-Basketball-Spielern folgen. Dazu zählen Vorwürfe gegen Chauncey Billups in einem illegalen Pokerfall sowie gegen Terry Rozier und Malik Beasley wegen mutmaßlicher Manipulation von Spielerwetten.
Parallel formierten sich Bundesstaaten und indigene Stämme gegen Betreiber von Prognosemärkten. Die Auseinandersetzung berührt damit nicht nur etablierte Glücksspielunternehmen, sondern auch die Zuständigkeit und Rechte tribaler Glücksspielanbieter. Wie technologische Veränderungen das Geschäft prägen, zeigt auch der wachsende Einsatz von KI zur Analyse des Spielerverhaltens.
Gretzky, Manager und der Wandel am Strip
Die Messe fand vor der fast fertigen, gitarrenförmigen Hard-Rock-Hotelturm-Kulisse statt. Das Gebäude ist 660 Fuß hoch und hat 42 Stockwerke; Hard Rock rechnet mit der Eröffnung des Resorts im vierten Quartal 2027. Eine Einweihung könnte nach der G2E im Oktober stattfinden, sodass die diesjährige Messe möglicherweise die letzte vor der Fertigstellung war.

Auch die Zukunft der Strip-Konzerne stand im Mittelpunkt. Barry Dillers People Inc. hält nach Angaben des Berichts rund 66,8 Millionen MGM-Aktien, etwa 27 Prozent des Unternehmens. MGM-Chef Bill Hornbuckle schloss einen möglichen Übernahmeversuch für People Inc. nicht aus. Am Donnerstag, dem 1. Oktober, notierte MGM bei rund 30 US-Dollar je Aktie, zwei Prozent tiefer am Tag und etwa zwölf Prozent unter dem Jahresbeginn.
Bei Caesars Entertainment stimmten die Aktionäre dem Geschäft mit Tilman Fertitta zu, das das Unternehmen mit 17,6 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Gebot von 31 US-Dollar je Aktie entsprach einem Aufschlag von 49 Prozent auf den Kurs vom 25. Februar; die Zustimmung der US-Handelskommission FTC stand noch aus. CEO Tom Reeg kritisierte den kurzfristigen Takt börsennotierter Unternehmen: „We’re forced as public companies to think in 90-day increments far more than is healthy for any business“, sagte er. „That’s not how you run a business.“
Die G2E verband prominente Auftritte mit Fragen zu Sportintegrität, tribalen Interessen und strategischem Druck auf Casino-Konzerne. Zu den nächsten konkreten Wegmarken zählen die FTC-Entscheidung zu Caesars, mögliche Schritte von MGM bei People Inc. und der für 2027 geplante Start des Hard-Rock-Resorts – Themen, die auch bei den European Casino Awards im größeren Branchenumfeld relevant bleiben.