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VNLOK verklagt Meta wegen illegaler Glücksspielwerbung

Das Hauptquartier von Meta Platforms in Menlo Park, Kalifornien, mit dem Meta-Logo auf einem Schild.
Das Hauptquartier von Meta Platforms in Menlo Park, Kalifornien

Die niederländische Glücksspielaufsicht KSA verfügt nach Ansicht von Anwalt Justin Franssen über rechtliche Mittel gegen Plattformen mit illegaler Glücksspielwerbung, setzt sie aber nicht ein. Seine Kritik äußerte er am Mittwoch bei einem Panel auf dem SBC Summit. Während Franssen der Branche vorwirft, die Durchsetzung selbst übernehmen zu müssen, hat der Branchenverband VNLOK Meta verklagt und verlangt, dass das Unternehmen seine Pflichten aus dem EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) erfüllt. Auch die britische Glücksspielaufsicht kritisierte Meta wegen illegaler Glücksspielwerbung.

Franssen sieht bestehende Befugnisse der KSA

Franssen, Partner der Kanzlei Franssen Tolboom, verwies auf eine Änderung im niederländischen Glücksspielrecht: Das Verbot beschränkt sich demnach nicht mehr auf Werbung für verbotene Glücksspiele, sondern erfasst auch deren Erleichterung. Meta und andere Plattformen, die Anzeigen für nicht lizenzierte Glücksspielangebote verbreiten, könnten nach seiner Einschätzung unter diese Regelung fallen.

Der Anwalt kritisierte zudem einen Antrag, der am Dienstag im niederländischen Parlament beraten wurde. Er sollte der KSA ermöglichen, gegen Meta vorzugehen, wenn das Unternehmen Aufforderungen zur Entfernung von Anzeigen ignoriert. Franssen argumentierte, eine solche Befugnis bestehe bereits; entscheidend sei, dass die Aufsicht sie tatsächlich nutze.

Luftaufnahme des Meta Platforms Campus in Menlo Park, Kalifornien.
Die Zentrale von Meta Platforms in Menlo Park

Dass Branchenunternehmen inzwischen selbst rechtliche Schritte einleiten, zeigt sich auch an Nederlandse Loterij. Der niederländische Lotterieanbieter klagte zivilrechtlich gegen die illegalen Glücksspielseiten Lalabet und Qbet: im März 2025 gegen Lalabet und im April 2026 gegen Qbet. Im Juni 2026 gewann Nederlandse Loterij den Fall gegen Lalabet. Auch die Frage, wie weit die Verantwortung großer Online-Plattformen für illegale Glücksspielinhalte reicht, steht damit im Mittelpunkt der Auseinandersetzung.

VNLOK setzt auf DSA und europäische Zusammenarbeit

VNLOK-Vorsitzender Björn Fuchs erklärte nach dem Panel, der Verband habe Meta zunächst den Dialog angeboten, aber überwiegend automatisierte Antworten erhalten. Daraufhin habe VNLOK den Rechtsweg eingeschlagen und beantrage nun vor einem niederländischen Gericht, Meta zur Einhaltung seiner DSA-Pflichten zu verpflichten.

Die Klage wurde beim Bezirksgericht Amsterdam eingereicht; ein Termin für die Anhörung steht noch nicht fest. Fuchs rechnet damit, dass Meta versuchen könnte, das Verfahren nach Dublin zu verlagern, wo sich die EU-Aktivitäten des Unternehmens befinden. Ein früher Streit über die Zuständigkeit könnte den Prozess daher verzögern.

Parallel zu den im Juni eingeleiteten Gerichtsverfahren reichte VNLOK eine formelle Beschwerde bei der Europäischen Kommission ein. Der Verband stehe außerdem mit mehreren europäischen Stellen in Kontakt. Fuchs zufolge tauscht VNLOK Erkenntnisse mit Branchenverbänden in Dänemark, Schweden, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich und Spanien aus und drängt auf eine engere Zusammenarbeit der Glücksspielaufsichten.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Thema durch einen niederländischen Test von zehn KI-Assistenten. Alle nannten mindestens einen nicht lizenzierten Anbieter; bei drei Assistenten wirkten solche Angebote so, als seien sie legal. Microsoft Copilot erstellte zudem eine Liste mit dem Titel „Top 50 legal casinos“, in der nicht lizenzierte Marken fälschlich als von der KSA zugelassen erschienen. Auch die Erkennung illegaler Glücksspielwerbung auf Facebook beschäftigt die Branche.

Verfahrensstand bleibt offen

Bis zur Anhörung in Amsterdam ist weder ein Termin bekannt noch geklärt, ob das Gericht den Zuständigkeitsstreit vorab behandeln muss. Fuchs sieht das Vorgehen gegen Meta als europäische Aufgabe und erwartet, dass die Aufsichtsbehörden ihre Zusammenarbeit verstärken. Ob die Klage von VNLOK die Plattform zu konkreten Änderungen zwingt, hängt zunächst auch davon ab, wo das Verfahren geführt wird.

Sabine Wassicek

Sabine Wassicek Casino-Expertin

Sabine ist seit über zehn Jahren in der Glücksspiel- und iGaming-Branche tätig. Mit ihrer umfassenden Erfahrung in Bereichen wie Spielanalyse, Markttrends und verantwortungsbewusstes Spielen gibt sie ihr Wissen in Artikeln, Rezensionen und Branchenberichten weiter. Ihr besonderes Interesse gilt innovativen Technologien und fairen Spielbedingungen. Mit ihrer klaren Sprache und fundierten Fachkompetenz macht Sabine selbst komplexeste Themen verständlich.

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