{"id":37393,"date":"2025-07-01T07:21:06","date_gmt":"2025-07-01T05:21:06","guid":{"rendered":"https:\/\/casinobeats.com\/de\/?p=37393"},"modified":"2025-07-01T07:23:10","modified_gmt":"2025-07-01T05:23:10","slug":"genie-oder-betrueger-wer-ist-mikki-mase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/casinobeats.com\/de\/2025\/07\/01\/genie-oder-betrueger-wer-ist-mikki-mase\/","title":{"rendered":"Genie oder Betr\u00fcger: Wer ist Mikki Mase?"},"content":{"rendered":"\n
Wer sich f\u00fcr High-Stakes-Gambling interessiert, ist in den vergangenen Jahren sicher das eine oder andere Mal \u00fcber den Namen Mikki Mase gestolpert. In Poker-Podcasts, YouTube-Formaten und sozialen Netzwerken kursieren Clips, in denen ein t\u00e4towierter Mann von Millionengewinnen, Casino-Bans und seinem Luxus-Leben am Rande der Legalit\u00e4t berichtet. Auch in der deutschen Szene sorgt dieser Herr f\u00fcr wachsendes Interesse. <\/p>\n\n\n\n
Mase, der mit b\u00fcrgerlichem Namen Michael David Meiterman hei\u00dft, tritt in Interviews als jemand auf, der das System der Casinos durchschaut haben will. Mit markigen Aussagen wie \u201eIch habe die Cheats der Casinos r\u00fcckentwickelt\u201c inszeniert er sich als Antiheld der Gl\u00fccksspielwelt. Gleichzeitig spricht er offen \u00fcber seine Vergangenheit als Straff\u00e4lliger, \u00fcber Drogen, \u00fcber Obdachlosigkeit und \u00fcber seinen Weg zu einem gesch\u00e4tzten Verm\u00f6gen von \u00fcber 30 Millionen US-Dollar.<\/p>\n\n\n\n
Aber was hat es mit ihm auf sich? Ist Mikki Mase ein einfacher Spieler? Ein Trickser? Ein Produkt des Systems oder sein gr\u00f6\u00dfter Gegner?<\/p>\n\n\n\n
Mikki Mase wurde 1992 in New York geboren. Er wuchs in einer wohlhabenden Familie auf, seine Wurzeln liegen im italienisch-j\u00fcdischen Milieu der amerikanischen Ostk\u00fcste. Sein Umfeld war gepr\u00e4gt von Geld, aber auch von alten Verbindungen zur Unterwelt, insbesondere zur italienischen Mafia. Eigentlich keine allzu schlechten Startbedingungen. Dennoch entwickelte er sich in seiner Jugend in eine g\u00e4nzlich andere Richtung.<\/p>\n\n\n\n
Schon fr\u00fch zeigte Mase Verhaltensauff\u00e4lligkeiten. Er beschreibt sich selbst als \u201eschwieriges Kind\u201c, das jede Grenze austesten wollte. Dabei war er sportlich durchaus erfolgreich, unter anderem galt er f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit als gro\u00dfes Motocross-Talent. <\/p>\n\n\n\n
Seine Unzufriedenheit mit dem gutb\u00fcrgerlichen Leben in den Vororten New Yorks lie\u00df ihn dann aber doch in andere Kreise abrutschen. Die Schule brach er ab, sein Elternhaus verlor immer mehr an Einfluss. Als Mase 14 Jahre alt war, gaben seine Eltern schlie\u00dflich auf, sie k\u00f6nnten ihn nicht l\u00e4nger erziehen. Anschlie\u00dfend geriet der Teenager voll und ganz auf die schiefe Bahn.<\/p>\n\n\n\n
Einen Gro\u00dfteil seiner Jugendzeit verbrachte Mase in Haft. Wof\u00fcr genau hat er nie \u00f6ffentlich preisgegeben. Immerhin machte er im Gef\u00e4ngnis seinen GED, das US-amerikanische \u00c4quivalent zum Hauptschulabschluss. Parallel dazu bewarb er sich erfolgreich bei mehreren Universit\u00e4ten, allerdings aus dem Gef\u00e4ngnis heraus und unter falscher Absenderadresse. Letztlich trat er aber keines der Studien an.<\/p>\n\n\n\n
Nach seiner Entlassung war Mase lange Zeit ohne festen Wohnsitz. Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, oft unter erheblicher k\u00f6rperlicher Anstrengung und mit Geh\u00e4ltern, die ein bequemes Leben kaum erm\u00f6glichten. In dieser Zeit entstanden viele der \u00dcberlebensstrategien, die ihn sp\u00e4ter auch im Gl\u00fccksspiel pr\u00e4gten: Misstrauen gegen\u00fcber Autorit\u00e4ten, ein tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Betr\u00fcgereien und Manipulation sowie ein unersch\u00fctterlicher \u00dcberlebenswille.<\/p>\n\n\n\n
Der Wendepunkt kam in Miami. Dort nahm Mase eine einfache Arbeit als Tagel\u00f6hner an, trug Baumaterial und putzte Wohnungen f\u00fcr 100 US-Dollar am Tag. Statt das verdiente Geld auszugeben, begann Mase konsequent zu sparen. Zielstrebig arbeitete er auf einen Neuanfang hin, fest entschlossen, nie wieder in alte Muster zur\u00fcckzufallen.<\/p>\n\n\n\n
Mit dem angesparten Kapital gr\u00fcndete er sein erstes Unternehmen. In welcher Branche Mase unterwegs war, ist bis heute unklar. In Interviews spricht er vage von mehreren Gesch\u00e4ften, die sich gut entwickelt h\u00e4tten. Binnen kurzer Zeit expandierte er und verkaufte die Firmen schlie\u00dflich mit gro\u00dfem Gewinn. Bereits mit Mitte zwanzig konnte er sich beruflich zur Ruhe setzen.<\/p>\n\n\n\n
Ruhestand bedeutete f\u00fcr Mikki Mase aber keineswegs Stillstand. Er zog nach Los Angeles, lebte in einer Luxuswohnung und entdeckte schlie\u00dflich Las Vegas f\u00fcr sich. W\u00f6chentlich flog er von L. A. nach Sin City und setzte sein hart verdientes Geld in Casinos aufs Spiel. Anfangs ging es um kleine Betr\u00e4ge. Aber Mase gewann regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n
Der \u00dcbergang vom Gelegenheitszocker zum professionellen High Roller verlief flie\u00dfend. Mase setzte bald nicht mehr ein paar Hundert US-Dollar, sondern Hunderttausende. Seine Gewinne wuchsen, sein Selbstbewusstsein ebenfalls. Anders als viele Spieler, die nach einem gro\u00dfen Abend in Vegas ihr gewonnenes Geld direkt wieder verspielen, verfolgte er eine diszipliniertere Strategie. Gewinne wurden nicht sofort ausgegeben, sondern systematisch reinvestiert.<\/p>\n\n\n\n
\u201eJe mehr ich gewann, desto ernster nahm ich es\u201c, erkl\u00e4rte er sp\u00e4ter. Statt das Gl\u00fccksspiel dem Zufall zu \u00fcberlassen, begann er, das Spiel zu studieren. Baccarat entwickelte sich zu seinem Spezialgebiet. Mit analytischem Blick nahm er den Spielverlauf unter die Lupe, verhandelte mit Casinos \u00fcber h\u00f6here Limits und trat bald mit Summen an, die eigentlich nur wenigen Spielern erlaubt werden. Eins\u00e4tze in H\u00f6he von bis zu 250.000 US-Dollar pro Hand waren keine Seltenheit. Die Hoffnung der Casinos: Schnelle Verluste, hohe Margen, rapide Ums\u00e4tze. Das Ergebnis: das Gegenteil.<\/p>\n\n\n\n
Mases Methode war einfach und radikal. Je gr\u00f6\u00dfer der Gewinn, desto h\u00f6her der n\u00e4chste Einsatz. Sein Vertrauen in die eigene Strategie war grenzenlos. Mase spielte nicht, um zu unterhalten oder sich abzulenken. Er spielte, um zu dominieren und zu wachsen.<\/p>\n\n\n\n
Mikki Mase gilt heute als einer der erfolgreichsten Baccarat-Spieler der Welt. Laut eigenen Angaben gewann er innerhalb von drei Jahren rund 32 Millionen US-Dollar allein in den Casinos von Las Vegas. R\u00fcckblickend beschreibt Mase Baccarat als sein Lieblingsspiel. Nicht, weil es besonders spannend sei, sondern weil es ihm die gr\u00f6\u00dften Eins\u00e4tze erlaubte. <\/p>\n\n\n\n
Im Blackjack waren ihm zum Beispiel nur maximal 75.000 US-Dollar pro Hand gestattet. Baccarat hingegen bot ihm die M\u00f6glichkeit, in kurzer Zeit Millionenbetr\u00e4ge zu bewegen. Dies nutzte er konsequent aus.<\/p>\n\n\n\n
Mase behauptet, dass seine Erfolge kein Zufall waren. Vielmehr will er herausgefunden haben, wie Casinos ihre eigenen Systeme manipulieren. \u201eIch habe die Cheats der Casinos r\u00fcckentwickelt\u201c, sagte er in einem Interview. Eine gewagte Aussage, doch Mase bleibt dabei. <\/p>\n\n\n\n
Seine Theorie: Viele Casino-Systeme seien technisch optimiert, um langfristig die Verluste der Spieler zu maximieren. Er habe jedoch Wege gefunden, diese Mechanismen zu erkennen und gezielt zu unterlaufen.<\/p>\n\n\n\n
Je gr\u00f6\u00dfer seine Gewinne wurden, desto misstrauischer reagierten die Casinos. Zun\u00e4chst wurde er hofiert. Man stellte ihm Luxusvillen zur Verf\u00fcgung, organisierte Privatjets, Maybachs und pers\u00f6nliche Hosts. Als die Verluste der H\u00e4user wuchsen und kein Gegentrend einsetzte, \u00e4nderte sich der Ton aber schnell. Mase wurde sukzessive aus fast allen gro\u00dfen Casinos ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n
Die Begr\u00fcndungen waren oft bizarr. In einem Fall wurde ihm im Talon Club, einem privaten High-Roller-Raum im Cosmopolitan Las Vegas, mitgeteilt, er sei unerw\u00fcnscht, weil er im Restaurant-Bereich \u201ezu viele Gabeln angefasst\u201c habe. In einem anderen Casino hie\u00df es, er habe sich mit dem Valet gestritten. <\/p>\n\n\n\n
Der Haken an der Story: Zum Zeitpunkt des angeblichen Vorfalls befand sich Mase nicht einmal im US-Bundesstaat Nevada. Ein Video, das seine Unschuld belegen sollte, interessierte die Casinoleitung nicht. Die Kommunikation wurde schlicht und einfach eingestellt.<\/p>\n\n\n\n
Einige Casinos sprachen offene Hausverbote aus. Andere verzichteten auf Begr\u00fcndungen und konfrontierten ihn beim Betreten mit Sicherheitskr\u00e4ften. Oft erfuhr er erst vor Ort von seinem Hausverbot. Der Grund laut Sicherheitspersonal: \u201eSie sind ein Betr\u00fcger. Mit Ihnen machen wir keine Gesch\u00e4fte.\u201c<\/p>\n\n\n\n
Mikki Mase bezeichnet sich selbst nicht als klassischen Spieler, sondern als jemanden, der das System von innen heraus analysiert und \u00fcberlistet hat. In seinen Augen sind Casinos keine Orte des Zufalls, sondern ausgekl\u00fcgelte Maschinen mit einem klaren Ziel: ihren G\u00e4sten m\u00f6glichst effizient das Geld aus den Taschen zu ziehen. Gewinner passen dabei nicht ins Konzept. \u201eSie sollten ein Schild aufh\u00e4ngen: Nur Verlierer erw\u00fcnscht\u201c, kommentiert Mase trocken.<\/p>\n\n\n\n
Diese Sichtweise pr\u00e4gt sein Verh\u00e4ltnis zur Gl\u00fccksspielindustrie. Von Anfang an sei er mit dem Gef\u00fchl angetreten, dass das Spiel nicht fair sei und es Strategien brauche, um sich gegen diese Ungleichheit zu behaupten. Dabei sieht er sich selbst als eine Art Antiheld, als jemand, der sich gegen einen \u00fcberm\u00e4chtigen Gegner stellt und ihm mit Intelligenz, Misstrauen und Erfahrung die Stirn bietet.<\/p>\n\n\n\n