Drittpartner nach Antigua<\/a> verschoben wurden. Dort landeten sie bei neun Firmen, die \u00fcberwiegend unter derselben Adresse in St. Johns eingetragen sind. In diesem Geb\u00e4ude arbeitet auch die Kanzlei Cort&Cort unter Leitung des fr\u00fcheren Finanzministers Errol Cort. In einer E-Mail bezeichnete Ayre ihn als seinen Anwalt und engen Vertrauten. Ein fr\u00fcherer Mitarbeiter Ayres best\u00e4tigte gegen\u00fcber BR-Reportern, dass die Firmenstrukturen der Verschleierung dienten und Ayres Namen aus dem operativen Gesch\u00e4ft heraushalten sollten.<\/p>\n\n\n\nWeitere Geldfl\u00fcsse in Ayres Umfeld<\/h2>\n\n\n\n Neben den Zahlungen nach Antigua tauchen weitere Transfers auf, die Ayres Aktivit\u00e4ten zugeordnet werden k\u00f6nnen. So gingen 6,6 Millionen Euro an eine Softwarefirma in Spanien. Fast acht Millionen Euro flossen 2014 an Tyche Consulting in Manila, deren Schwesterfirma in London sp\u00e4ter zeitweise Craig Wright besch\u00e4ftigte. Eine besonders hohe Summe betrifft \u00dcberweisungen nach Hongkong. Dort erhielt Pittodrie Finance Limited \u00fcber 177 Millionen Euro. Die Firma ist ein Investment-Vehikel der Z\u00fcricher Monterosa Group. Ein Verm\u00f6gensverwalter dieser Gruppe soll eine wesentliche Rolle bei der Strukturierung der Gelder gespielt haben, \u00e4u\u00dferte sich aber nicht zu den Details.<\/p>\n\n\n\n
Der Bitcoin-Komplex rund um nChain<\/h2>\n\n\n\n Ayres Einfluss zeigt sich auch im Technologiesektor. 2022 trat Christen Ager-Hanssen eine Position als Group-CEO der von Ayre kontrollierten Firma nChain an. Ein Jahr sp\u00e4ter folgte eine Investition Ayres in H\u00f6he von angeblich 570 Millionen US-Dollar. Kurz darauf verlie\u00df Ager-Hanssen das Unternehmen und sprach von einem gro\u00df angelegten Betrug. In seinem Whistleblower-Bericht beschrieb er, wie Ayre den IT-Experten Craig Wright dabei unterst\u00fctzt habe, sich als Erfinder von Bitcoin auszugeben. Ziel sei es gewesen, eine eigene Bitcoin-Version zu etablieren und Lizenzzahlungen durchzusetzen. Ein Londoner Gericht stellte sp\u00e4ter fest, dass diese Darstellung auf falschen Angaben beruhte.<\/p>\n\n\n\n
Hinweise von Jan Marsalek und offene Fragen<\/h2>\n\n\n\n Ein weiterer Hinweis stammt aus einem Brief des fl\u00fcchtigen Ex-Wirecard-Managers Jan Marsalek. Darin schrieb er, dass im Hintergrund des Drittpartnergesch\u00e4fts im Grunde ein einziger Kunde gestanden habe. Er selbst habe einem kanadischen Kunden bei der Neuordnung von Gesellschaftsstrukturen geholfen. Sein Anwalt reagierte nicht auf Anfragen. Auch die Wirtschaftspr\u00fcfer von EY sowie die Staatsanwaltschaft M\u00fcnchen \u00e4u\u00dferten sich mit Verweis auf laufende Verfahren nicht. Ayre und sein Umfeld blieben ebenfalls stumm, und die Beh\u00f6rden auf Antigua verweigerten eine Drehgenehmigung f\u00fcr weitere Recherchen.<\/p>\n\n\n\n
Die neuen Erkenntnisse f\u00fcgen dem komplexen Wirecard-Geflecht weitere Puzzleteile hinzu. Sie zeigen, wie international verzweigt die Geldstr\u00f6me gewesen sind und wie stark sie mit Ayres Gesch\u00e4ftsimperium verkn\u00fcpft gewesen sein k\u00f6nnten. Viele Fragen bleiben offen, doch die Recherchen verdeutlichen, dass Wirecard nicht nur ein Betrugsfall im Finanzsektor war, sondern auch tief in Strukturen des globalen Gl\u00fccksspielmarkts hineinwirkte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"
F\u00fcnf Jahre nach der Insolvenz von Wirecard liefern Recherchen des Bayerischen Rundfunks neue Hinweise zu Geldstr\u00f6men, die \u00fcber Konten der Wirecard-Bank abgewickelt wurden. Die Auswertung interner Unterlagen deutet darauf hin, dass ein erheblicher Teil dieser Summen dem Gl\u00fccksspielunternehmer Calvin Ayre zuzurechnen ist. Die Reporter st\u00fctzten sich auf umfangreiche \u00dcberweisungslisten, E-Mail-Korrespondenz und Gespr\u00e4che mit Insidern, die […]<\/p>\n","protected":false},"author":144,"featured_media":70107,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","tdm_status":"","tdm_grid_status":"","footnotes":""},"categories":[115],"tags":[],"class_list":["post-70106","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"acf":[],"yoast_head":"\n
BR Recherchen: Neue Erkenntnisse zum Wirecard Skandal<\/title>\n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n\t \n\t \n\t \n \n \n \n\t \n\t \n\t \n