Bet365-Chefin Denise Coates kassiert mindestens 280 Mio. Pfund
Foto von Erik Mclean auf Unsplash

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Die Chefin des Glücksspielkonzerns Bet365, Denise Coates, hat im Geschäftsjahr bis Ende März mindestens 280 Millionen Pfund an Gehalt und Dividenden erhalten. Die Summe fällt in eine Phase, in der das Unternehmen zwar höhere Umsätze erzielte, beim Gewinn jedoch einen deutlichen Rückgang hinnehmen musste. Die veröffentlichten Geschäftszahlen zeigen damit erneut den besonderen Gegensatz zwischen operativer Entwicklung und persönlicher Vergütung an der Konzernspitze.

Hohe Auszahlung an die Mehrheitseignerin

Denise Coates erhielt ein Grundgehalt von 104 Millionen Pfund. Zusätzlich profitierte sie von Dividendenzahlungen, da sie Mehrheitsaktionärin des Unternehmens ist. Insgesamt ergibt sich daraus eine Auszahlung von mindestens 280 Millionen Pfund. Im Vergleich zum Vorjahr fällt dieser Betrag höher aus, bleibt jedoch unter dem Niveau von 2021, als Coates auf Einnahmen von insgesamt 469 Millionen Pfund kam.

Die erneute Ausschüttung unterstreicht die Eigentümerstruktur von Bet365. Als Gründerin und Mehrheitseignerin ist die Vergütung von Coates eng mit der finanziellen Performance des Unternehmens verbunden, unabhängig davon, wie sich einzelne Kennzahlen entwickeln.

Gewinn sinkt trotz steigender Umsätze

Ein Blick auf die Geschäftszahlen zeigt eine gemischte Entwicklung. Der Umsatz von Bet365 stieg im Berichtsjahr von 3,7 auf rund 4 Milliarden Pfund. Gleichzeitig sank der Vorsteuergewinn deutlich von 627 auf 349 Millionen Pfund. Der Rückgang erklärt sich vor allem durch stark gestiegene Kosten.

Die betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um 325 Millionen Pfund. Hinzu kamen Restrukturierungskosten in Höhe von 59 Millionen Pfund. Diese Ausgaben belasteten das Ergebnis spürbar, obwohl das operative Geschäft in mehreren Märkten weiter wuchs. Die Zahlen verdeutlichen, dass das Umsatzwachstum derzeit nicht ausreicht, um die zusätzlichen Kosten vollständig aufzufangen.

Strategische Neuausrichtung belastet das Ergebnis

Bet365 verweist in seinem Geschäftsbericht auf eine umfassende strategische Neuausrichtung. Ein zentraler Schritt war der vollständige Rückzug aus dem chinesischen Markt, in dem das Online-Glücksspiel illegal ist. Das Unternehmen beendete dort sein Angebot und nahm damit bewusst Umsatzeinbußen in Kauf.

Gleichzeitig investiert der Konzern gezielt in regulierte Märkte, die langfristige Stabilität versprechen. Diese Strategie geht mit höheren Kosten einher, etwa für Lizenzen, Technik und lokale Anpassungen. Kurzfristig drücken diese Investitionen auf den Gewinn, sollen sich aber künftig auszahlen.

Fokus auf die USA und internationale Expansion

Besonders stark setzt Bet365 auf den US-Markt. Das Unternehmen ist inzwischen in 16 Bundesstaaten lizenziert und baut seine Präsenz dort weiter aus. Auch in Südamerika sieht der Konzern Wachstumsmöglichkeiten und investiert entsprechend in neue Märkte.

Diese internationale Expansion ist einer der Hauptgründe für die gestiegenen Kosten. Bet365 positioniert sich zunehmend als globaler Anbieter mit klarer regulatorischer Ausrichtung, auch wenn dies kurzfristig zu einer schwächeren Gewinnentwicklung führt.

Kritik, Steuern und Stiftung

Die Höhe der Vergütung von Denise Coates sorgt regelmäßig für Kritik, vor allem vor dem Hintergrund sinkender Gewinne. Gleichzeitig gilt sie als eine der größten Steuerzahlerinnen Großbritanniens. Zudem flossen im Berichtsjahr 130 Millionen Pfund an die Denise Coates Foundation.

Darüber hinaus verzichtete Bet365 auf die Rückzahlung von Darlehen an den Fußballclub Stoke City, der mittlerweile von Coates’ Bruder kontrolliert wird. Auch dieser Schritt wurde in den aktuellen Geschäftszahlen offengelegt.

Die aktuellen Zahlen zeigen erneut, wie stark Vergütung, Eigentum und Unternehmensstrategie bei Bet365 miteinander verknüpft sind. Während der Konzern hohe Summen in neue Märkte investiert und kurzfristig Gewinne einbüßt, bleibt die Auszahlung an die Mehrheitseignerin auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Damit dürfte die Diskussion um Vergütung und wirtschaftliche Entwicklung bei Bet365 auch künftig anhalten.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...