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Seit Londons Bürgermeister Sadiq Khan im Jahr 2021 ankündigte, Glücksspielwerbung im öffentlichen Nahverkehr verbieten zu wollen, haben Glücksspielunternehmen weiterhin umfangreich in Werbung im Netz von Transport for London investiert. Nach Recherchen britischer Medien flossen seit dieser Ankündigung rund 4,6 Millionen Pfund in Werbekampagnen auf Bahnsteigen, in Zügen, an Rolltreppen und auf Fahrzeugflächen. Das angekündigte Verbot wurde bis heute nicht umgesetzt.
Bereits während des Wahlkampfs hatte Khan erklärt, die bestehenden Regeln zur Werbeplatzierung verschärfen zu wollen. Vorbild sollte das bereits geltende Verbot von Junkfood-Werbung sein, das aus gesundheitspolitischen Gründen eingeführt wurde. Glücksspielwerbung sollte aus ähnlichen Gründen aus dem öffentlichen Raum verschwinden, insbesondere zum Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen.
Ankündigung ohne konkrete Folgen
Trotz dieser klaren Aussagen blieb es bei der politischen Absichtserklärung. Ein formales Verbot von Glücksspielwerbung im Nahverkehr existiert weiterhin nicht. Anbieter von Online Casinos und Sportwetten können ihre Kampagnen nach wie vor auf den Werbeflächen von Transport for London platzieren, sofern sie die allgemeinen Richtlinien erfüllen.
Seit der Ankündigung im Jahr 2021 wurden mehr als 500 einzelne Werbekampagnen gezählt. Die Anzeigen waren im gesamten Verkehrsnetz sichtbar, darunter in der U-Bahn, auf Buslinien, im Overground-System sowie an großen Umsteigebahnhöfen. Für Fahrgäste gehört Glücksspielwerbung damit weiterhin zum alltäglichen Bild.
Deutlicher Anstieg der Ausgaben
Besonders auffällig ist die Entwicklung in jüngster Zeit. Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der Kampagnen einen neuen Höchststand. Allein in diesem Jahr wurden 223 Werbeaktionen registriert, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr Die Ausgaben der Branche für Werbung im TfL-Netz stiegen entsprechend deutlich an.
Über alle bisherigen Amtszeiten des Bürgermeisters hinweg haben Glücksspielunternehmen insgesamt mehr als 7,5 Millionen Pfund für Werbung im Londoner Nahverkehr ausgegeben. Der Großteil dieser Summe entfällt auf die Jahre nach der Verbotsankündigung, was den Widerspruch zwischen politischem Versprechen und tatsächlicher Entwicklung unterstreicht.
Rechtliche Bedenken bremsen Umsetzung
Aus dem Umfeld des Bürgermeisters heißt es, dass ein eigenständiges Verbot rechtlich angreifbar sein könnte. Anders als bei Junkfood gibt es bislang keine einheitliche nationale Definition, die Glücksspielwerbung eindeutig als gesundheitsgefährdend einstuft. Zudem fehle eine staatlich anerkannte Datengrundlage, die einen direkten Zusammenhang zwischen Werbung und Spielsucht vor Gericht eindeutig belegen könne.
Auf nationaler Ebene werden zwar regelmäßig Daten zur Glücksspielregulierung erhoben, spezielle Untersuchungen zu den Auswirkungen von Werbung im öffentlichen Raum stehen jedoch aus. Diese Zurückhaltung gilt als einer der zentralen Gründe dafür, dass London bislang keine eigenständige Regelung eingeführt hat.
Kritik aus Bezirken und Initiativen
Die Verzögerung stößt zunehmend auf Kritik. Mehrere Londoner Stadtbezirke und Organisationen, die sich gegen Glücksspielwerbung einsetzen, werfen dem Bürgermeister vor, ein zentrales Wahlversprechen nicht einzulösen. Sie verweisen darauf, dass andere Kommunen ebenfalls Einschränkungen beschlossen hätten, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.
Hinzu kommt die Größenordnung der Werbeausgaben. Branchenübergreifende Schätzungen gehen davon aus, dass Glücksspielunternehmen im Vereinigten Königreich jährlich Milliardenbeträge für Werbung ausgeben. Zwar verweist die Industrie auf freiwillige Selbstbeschränkungen, doch Kritiker halten diese angesichts der Sichtbarkeit im Alltag für unzureichend.
Offene Entscheidung mit politischer Tragweite
Für Transport for London bleibt Glücksspielwerbung eine wichtige Einnahmequelle. Gleichzeitig wächst der politische Druck, das angekündigte Verbot umzusetzen. Solange keine klare Entscheidung fällt, dürfte sich am Erscheinungsbild des Londoner Nahverkehrs wenig ändern.
Die Diskussion um Verantwortung, Regulierung und öffentliche Präsenz von Glücksspielangeboten ist damit weiterhin offen. Mit jeder neuen Kampagne rückt sie erneut in den Fokus, während eine verbindliche Regelung weiter auf sich warten lässt.









