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Die britische Regierung gerät Anfang 2026 zunehmend unter Druck, die Regeln für Glücksspielwerbung deutlich zu verschärfen. Neue Umfragen zeigen eine breite gesellschaftliche Unterstützung für harte Einschnitte bei Werbung und Sponsoring. Damit rückt ein politisches Thema in den Fokus, das bislang trotz verschärfter Regulierung weitgehend unangetastet blieb. Die Debatte fällt in eine Phase, in der der Glücksspielsektor ohnehin stark unter Druck steht.
Deutliche Mehrheit fordert härtere Regeln für Glücksspielwerbung
Auslöser der neuen Diskussion ist eine repräsentative Umfrage des Instituts More in Common, die im Auftrag der Campaign to End Gambling Advertising durchgeführt wurde. Demnach sprechen sich rund 70 Prozent der Befragten für deutlich strengere Einschränkungen bei Glücksspielwerbung und Sponsoring aus. Mehr als ein Viertel geht noch weiter und fordert ein vollständiges Werbeverbot für Glücksspielunternehmen.
Besonders bemerkenswert ist, dass diese Haltung parteiübergreifend geteilt wird. In einem Vorwort zur begleitenden Studie erklärte der frühere konservative Parteichef Iain Duncan Smith, strengere Regeln wären politisch keineswegs riskant, sondern fänden breite Zustimmung in allen Wählergruppen. Ziel müsse es sein, insbesondere junge Menschen besser vor Glücksspielrisiken zu schützen.
Werbung bislang kaum reguliert trotz harter Eingriffe an anderer Stelle
Während die britische Politik in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt hat, blieb der Werbebereich weitgehend verschont. Dazu zählen niedrigere Einsatzlimits für Online Spielautomaten, strengere Spielerschutzauflagen und eine gesetzliche Abgabe zur Finanzierung von Suchtprävention und Behandlung.
Die Glücksspielwerbung hingegen unterliegt bislang vor allem freiwilligen Selbstverpflichtungen der Branche. Dazu zählt der sogenannte Whistle to Whistle Kodex, der Werbung während Sportübertragungen vor 21 Uhr untersagt. Zudem sollen mindestens 20 Prozent der Werbeinhalte Hinweise auf verantwortungsvolles Spielen enthalten.
Kritiker halten diese Maßnahmen jedoch für unzureichend. Sie verweisen auf eine massive Präsenz von Glücksspielwerbung im Fernsehen, auf Social Media und im Influencer Marketing. Gerade Kinder und Jugendliche kämen dort regelmäßig mit Glücksspielinhalten in Kontakt.
Social Media und Sponsoring im Fokus der Kritik
Besonders scharf fällt die Kritik an der Verlagerung von Werbung in digitale Kanäle aus. Abgeordnete wie die Labour Politikerin Beccy Cooper sprechen von einer Dauerbeschallung junger Zielgruppen durch soziale Netzwerke und Gaming Plattformen. Die bestehenden Regeln seien nicht mehr zeitgemäß und würden den technischen Realitäten nicht gerecht.
Auch Kampagnenorganisationen fordern ein radikales Umdenken. Nach Ansicht der Campaign to End Gambling Advertising sollte Glücksspielwerbung vollständig aus kinderrelevanten Online Umfeldern verbannt werden. Dazu zählen soziale Netzwerke, Streaming Plattformen und digitale Spiele.
Regierung zögert trotz klarer Umfragewerte
Trotz des wachsenden öffentlichen Drucks zeigt sich die britische Regierung bislang zurückhaltend. Ein Regierungssprecher erklärte, derzeit seien keine konkreten Gesetzesinitiativen zur Einschränkung von Glücksspielwerbung geplant. Gleichzeitig räumte er ein, dass weiterer Handlungsbedarf bestehe, um schädliche Auswirkungen von Werbung zu begrenzen und illegale Anbieter zu bekämpfen.
Die Glücksspielindustrie verweist unterdessen auf bestehende Werberichtlinien und argumentiert, es gebe keinen wissenschaftlich belegten Zusammenhang zwischen Werbung und problematischem Spielverhalten. Branchenvertreter betonen zudem, dass die Werbeausgaben in den vergangenen Jahren zurückgegangen seien.
Branche unter doppeltem Druck aus Steuern und Regulierung
Die Diskussion über Werbung trifft den Sektor zu einem sensiblen Zeitpunkt. Nach Einschätzung der Betting and Gaming Council könnten die jüngst beschlossenen Steuererhöhungen bereits Arbeitsplätze und Investitionen gefährden. Weitere Einschränkungen bei Werbung und Sponsoring würden diesen Effekt verstärken.
Die Umfrage zeigt jedoch, dass wirtschaftliche Argumente in der Bevölkerung nur begrenzt verfangen. Nur eine kleine Minderheit wünscht sich ein Wachstum der Glücksspielbranche, während fast die Hälfte der Befragten eine Schrumpfung des Sektors ausdrücklich befürwortet.
Erst vor wenigen Wochen hatte London eine massive Erhöhung der Glücksspielsteuern in Großbritannien beschlossen, die den Markt nachhaltig verändern dürfte. Nun droht der Branche ein weiterer Einschnitt mit potenziell weitreichenden Folgen für Sport, Medien und digitale Plattformen.
Ausblick Politische Entscheidung rückt näher
Auch wenn die Regierung aktuell noch zögert, deutet vieles darauf hin, dass das Thema Glücksspielwerbung 2026 erneut auf der politischen Agenda landen wird. Die Kombination aus steigender Steuerlast, wachsender gesellschaftlicher Skepsis und parteiübergreifender Unterstützung für strengere Regeln erhöht den Handlungsdruck erheblich.
Für die Branche könnte sich damit ein Szenario abzeichnen, in dem nicht nur die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern auch die öffentliche Sichtbarkeit grundlegend neu definiert werden.










