Rapper Drake soll Erlöse aus Stake.us genutzt haben, um Musikstreams künstlich zu manipulieren
Foto von Tim Mossholder auf Unsplash

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Gegen Drake ist in den USA eine neue Sammelklage eingereicht worden. In der Klageschrift, die vergangene Woche beim Bundesgericht im Bundesstaat Virginia einging, wird dem Rapper vorgeworfen, Erlöse aus dem Online-Sweepstakes-Casino Stake.us genutzt zu haben, um die Streamingzahlen seiner Musik künstlich in die Höhe zu treiben.

Konkret behaupten die Kläger, Drake habe gemeinsam mit Influencer Adin Ross sowie einem mutmaßlichen Mittelsmann automatisierte Bots und sogenannte Streaming-Farms eingesetzt, um Abrufzahlen auf Plattformen wie Spotify zu manipulieren. Ziel sei es gewesen, Popularität vorzutäuschen und Charts sowie Empfehlungsalgorithmen gezielt zu beeinflussen.

Vorwurf Künstliche Popularität durch Bot-Netzwerke

In der Klage heißt es, Drake habe „direkt und über wissentlich handelnde Mitstreiter“ automatisierte Systeme eingesetzt, um Abrufzahlen zu erhöhen. Dadurch seien Playlists verzerrt und andere Künstler benachteiligt worden. Strafrechtliche Anklagen gibt es bislang nicht, es handelt sich um ein zivilrechtliches Verfahren.

Neben Drake und Ross richtet sich die Klage auch gegen Stake.us sowie dessen Muttergesellschaft Sweepstakes Limited. Die Plattform wird darin als eine Art US-Ableger von Stake.com beschrieben, der Glücksspielregularien umgehen solle, indem er sich als harmloses Social- oder Sweepstakes-Casino präsentiere.

Rolle von Stake.us und Geldflüsse im Fokus

Besonders kritisch sehen die Kläger interne Funktionen der Plattform. So soll das Nutzer-zu-Nutzer-Trinkgeldsystem genutzt worden sein, um Geldflüsse zu verschleiern. In der Klageschrift wird dieses Feature als unregulierter Geldtransfer beschrieben, der außerhalb klassischer Finanzaufsicht operiere.

Ein weiterer Beschuldigter, der Australier George Nguyen, soll laut Gerichtsdokumenten für die finanzielle Abwicklung verantwortlich gewesen sein. Ihm wird vorgeworfen, Kryptowährungen aus dem Stake-Umfeld in Bargeld umgewandelt und die Finanzierung der angeblichen Bot-Kampagnen koordiniert zu haben.

Drake als Werbegesicht von Stake

Brisant ist der Fall auch wegen Drakes Rolle als Markenbotschafter von Stake. Der Rapper unterzeichnete 2022 einen hochdotierten Werbevertrag mit dem Unternehmen, der laut Medienberichten ein Volumen von mindestens 100 Millionen Dollar pro Jahr haben soll. Die neue Klage fällt zeitlich mit den Vorbereitungen für sein kommendes Album „Iceman“ zusammen.

Serie von Klagen gegen Drake und Stake

Der aktuelle Fall reiht sich in mehrere Verfahren ein. Bereits im Herbst 2025 wurden Drake und Ross in Missouri und New Mexico verklagt, weil sie dort angeblich illegales Online-Glücksspiel beworben haben sollen. In beiden Bundesstaaten ist Online-Glücksspiel nicht erlaubt. Die Kläger argumentieren, Stake.us sei lediglich ein umetikettiertes Echtgeld-Casino, das Verbraucher und Behörden in die Irre führe.

Auch in der neuen Klage wird Stake.us als eines der „profitabelsten illegalen Online-Casinos“ bezeichnet. Die Plattform habe mit virtuellen Währungen gearbeitet, die faktisch einen realen Geldwert hätten, und sich dennoch als unverfängliches Social-Casino dargestellt.

Rechtliche Risiken für Musik und Glücksspielbranche

Sollten die Vorwürfe Bestand haben, hätte der Fall Signalwirkung über die Musikindustrie hinaus. Er berührt zentrale Fragen zu Influencer-Marketing, Glücksspielwerbung und der Manipulation digitaler Märkte. Bereits zuvor war Drake wegen seiner Zusammenarbeit mit Stake ins Visier geraten, wie eine Sammelklage wegen illegaler Glücksspielwerbung zeigt.

Ob die aktuellen Anschuldigungen zu finanziellen Konsequenzen oder weiteren Verfahren führen, ist offen. Klar ist jedoch: Die Verbindung von Glücksspiel, Influencer-Deals und Streaming-Ökonomie rückt erneut in den Fokus der US-Justiz.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...