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Der Prognosemarktanbieter Polymarket wagt den nächsten großen Schritt aus der sportlichen Grauzone heraus. Gemeinsam mit dem Krypto Datenanbieter Parcl startet Polymarket neue Prognosemärkte rund um Immobilienpreise in großen US-Städten. Nutzer können künftig darauf setzen ob die Hauspreise in Metropolen wie New York oder Los Angeles steigen oder fallen.
Der Vorstoß kommt nicht überraschend. Polymarket steht seit Monaten unter zunehmendem regulatorischem Druck und sucht gezielt nach neuen Wachstumsfeldern außerhalb klassischer Sportwetten. Prognosemärkte mit stärkerem Finanzbezug gelten dabei als strategische Alternative. Aufmerksamkeit erregte zuletzt, dass entsprechende Märkte von Kalshi und Polymarket sogar in Google Finance integriert wurden.
Immobilien als neues Spielfeld für Prognosemärkte
Kern der Kooperation ist die Nutzung täglicher Immobilienpreisindizes von Parcl. Während klassische Immobilienstatistiken meist nur monatlich oder quartalsweise veröffentlicht werden, ermöglicht Parcl eine deutlich schnellere Abbildung von Marktbewegungen. Genau hier setzt Polymarket an.
Gehandelt werden Prognosen auf Monats-Quartals oder Jahresbasis. Nutzer können darauf setzen, ob der jeweilige Index am Ende des Zeitraums höher oder niedriger liegt. Der Einstieg erfolgt zunächst in sogenannten High Liquidity Cities, weitere Regionen sollen je nach Nachfrage folgen.
Für Polymarket ist das mehr als nur ein neues Produkt. Immobilien gelten als einer der größten, aber zugleich illiquidesten Märkte der Welt. Wer fallende Preise erwartet, konnte bislang kaum sinnvoll dagegen absichern ohne zu verkaufen oder hohe Kosten in Kauf zu nehmen. Prognosemärkte könnten hier erstmals eine flexible Alternative bieten.
Strategischer Schritt weg von Sportwetten
Sportwetten machen bislang rund die Hälfte des Handelsvolumens auf Polymarket aus. Genau dieser Bereich sorgt jedoch regelmäßig für Konflikte mit Glücksspielaufsichten in den USA. Mehrere Bundesstaaten haben Prognosemärkte zuletzt ausdrücklich als illegale Glücksspielangebote eingestuft.
Immobilienmärkte sind regulatorisch anders gelagert. Polymarket positioniert die neuen Produkte bewusst näher an Finanzinstrumenten als an Wetten. Hauspreise gelten als makroökonomische Kennzahlen vergleichbar mit Inflations- oder Zinsprognosen. Das könnte der Plattform helfen, sich langfristig klarer von klassischen Buchmachern abzugrenzen.
Polymarket Marketingchef Matthew Modabber spricht offen davon, dass Immobilien eine Kernkategorie für Prognosemärkte sein sollten. Der Markt sei wirtschaftlich relevant, global verständlich und bislang kaum handelbar.
Konkurrenz schläft nicht
Ganz neu ist das Konzept nicht. Der US Wettbewerber Kalshi bietet bereits Prognosemärkte zu Mietpreisen in Städten wie San Francisco oder New York an. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Datenfrequenz. Während Kalshi auf monatliche Daten von Plattformen wie Zillow setzt, liefert Parcl tägliche Preisbewegungen.
Das eröffnet Polymarket neue Möglichkeiten für kurzfristige Spekulation, aber auch für taktische Absicherung. Gerade institutionelle Nutzer und Krypto Trader dürften diesen Ansatz genau beobachten.
Regulierung bleibt das Damoklesschwert
Trotz der neuen Ausrichtung bleibt die regulatorische Lage angespannt. Polymarket bereitet zwar sein offizielles Comeback auf dem US Markt vor, doch mehrere Bundesstaaten prüfen weiterhin rechtliche Schritte gegen Prognosemärkte. Auch jüngste Berichte über auffällige Handelsmuster bei politischen Märkten haben das Vertrauen der Aufseher nicht gestärkt.
Der Schritt in Richtung Immobilien wirkt daher wie ein Versuch Zeit zu gewinnen und das Geschäftsmodell breiter aufzustellen. Ob das gelingt hängt weniger von der Technik als von der rechtlichen Einordnung ab.
Ein Testfall für die Zukunft der Prognosemärkte
Mit dem Einstieg in Immobilien wagt Polymarket einen Balanceakt. Gelingt es, die Produkte als legitime Marktprognosen zu etablieren, könnte sich ein völlig neuer Handelsbereich öffnen. Scheitert das Vorhaben, droht eine weitere Eskalation mit Regulierern.
Fest steht jedoch schon jetzt: Prognosemärkte wollen mehr sein als nur eine Alternative zu Sportwetten. Der Immobilienmarkt könnte zum entscheidenden Prüfstein werden, ob dieses Versprechen trägt.









