Die Ukraine hat den Zugang zur Prognoseplattform Polymarket gesperrt
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Die ukrainischen Behörden haben den Zugang zur Prognoseplattform Polymarket gesperrt. Grundlage der Entscheidung ist eine regulatorische Einstufung des Angebots als nicht genehmigtes Glücksspiel. Mit der Maßnahme reagiert die Ukraine auf ein Online-Modell, das Nutzern ermöglicht, auf den Ausgang realer Ereignisse zu setzen und diese Einsätze über Kryptowährungen abzuwickeln.

Die Blockierung erfolgte durch eine formelle Anordnung der zuständigen Regulierungsstelle für elektronische Kommunikation. Internetprovider im Land sind seitdem verpflichtet, den Zugriff auf die Plattform technisch zu unterbinden. Die Domain wurde in ein offizielles Register gesperrter Webseiten aufgenommen und ist aus der Ukraine regulär nicht mehr erreichbar.

Regulatorischer Beschluss mit klarer Begründung

Nach Auffassung der Behörden erfüllt Polymarket die gesetzlichen Anforderungen für die Veranstaltung von Glücksspielen nicht. In der Ukraine dürfen entsprechende Angebote nur mit gültiger Lizenz betrieben werden. Diese liegt für die Plattform nicht vor. Die Einstufung als unerlaubtes Glücksspielangebot war damit aus Sicht der Regulierer zwingend.

Der Beschluss wurde Mitte Dezember gefasst und richtet sich nicht nur gegen den Betreiber selbst, sondern auch an die technischen Vermittler. Internetanbieter müssen sicherstellen, dass der Zugriff unterbunden bleibt. Damit verfolgt die Ukraine einen Ansatz, der bereits bei anderen nicht genehmigten Online-Diensten zum Einsatz kam.

Kritik an sensiblen Prognosemärkten

Ein zentraler Punkt der Kritik betrifft die inhaltliche Ausrichtung einzelner Märkte auf Polymarket. Besonders beanstandet werden Prognosen zu politischen und geopolitischen Entwicklungen. Dazu zählen auch Szenarien, die im Zusammenhang mit dem anhaltenden Krieg gegen Russland stehen.

Aus Sicht der ukrainischen Behörden überschreiten solche Märkte eine Grenze. Die Möglichkeit, auf den Ausgang realer militärischer oder politischer Ereignisse zu spekulieren, gilt als problematisch. Neben der fehlenden Lizenz spielte dieser Aspekt offenbar bei der Entscheidung eine wichtige Rolle.

Zugang aus der Ukraine nicht mehr möglich

Nach der Aufnahme in die Sperrliste ist Polymarket für Nutzer in der Ukraine nicht mehr erreichbar. Berichte aus dem Land bestätigen, dass der Zugriff über reguläre Internetverbindungen blockiert ist. Damit ist die Plattform faktisch vom ukrainischen Markt ausgeschlossen.

Eine öffentliche Stellungnahme des Unternehmens zur Sperre liegt bislang nicht vor. Unklar ist auch, ob rechtliche Schritte gegen die Entscheidung geprüft werden oder ob Anpassungen am Geschäftsmodell geplant sind, um regulatorischen Anforderungen einzelner Länder besser zu entsprechen.

Polymarket unter internationalem Druck

Die Maßnahme der Ukraine reiht sich in eine Serie ähnlicher Schritte anderer Staaten ein. Polymarket ist nach eigenen Angaben in mehr als dreißig Ländern nur eingeschränkt verfügbar oder vollständig gesperrt. Dazu zählen mehrere europäische Märkte sowie Australien und das Vereinigte Königreich. Auch in den USA wächst der regulatorische Druck, insbesondere auf Ebene einzelner Bundesstaaten.

Zusätzlich geriet die Plattform zuletzt wegen einzelner Handelsvorgänge in die Kritik. Berichte über auffällige Wetten kurz vor politischen Entscheidungen sorgten für Diskussionen über mögliche Insidergeschäfte und mangelnde Aufsicht. Diese Debatten haben die Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden weiter verstärkt.

Signalwirkung für Prognosemärkte

Mit der Blockierung von Polymarket setzt die Ukraine ein klares Zeichen im Umgang mit digitalen Prognosemärkten. Angebote, die sich zwischen Finanzinstrument, Wette und Meinungsmarkt bewegen, geraten zunehmend ins Visier staatlicher Stellen. Die Entscheidung zeigt, dass nationale Regulierer bereit sind, auch technisch komplexe und international agierende Plattformen konsequent zu beschränken.

Für den Markt insgesamt verdeutlicht der Schritt, dass Prognoseplattformen auf Krypto-Basis weiterhin mit erheblichen rechtlichen Unsicherheiten konfrontiert sind. Die Entwicklung in der Ukraine dürfte daher auch über die Landesgrenzen hinaus aufmerksam verfolgt werden.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...