Die FIFA passt ihre Strategie bei der Vergabe von Medienrechten an
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Die FIFA passt ihre Strategie bei der Vergabe von Medienrechten an und öffnet die Fußball-Weltmeisterschaft erstmals auch für Sportwettenanbieter. Künftig dürfen lizenzierte Wettanbieter Spiele der WM per Livestream auf ihren eigenen Plattformen übertragen. Grundlage dafür ist eine neue Vereinbarung, mit der der Weltverband offizielles Bildmaterial gezielt für den Einsatz im Umfeld von Sportwetten freigibt. Bislang beschränkte sich die Zusammenarbeit zwischen FIFA und Wettbranche vor allem auf Daten, nun kommen bewegte Bilder hinzu.

Neuer Rechtepartner übernimmt zentrale Rolle

Der Kern der neuen Struktur ist die Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Stats Perform. Der Dienstleister wurde von der FIFA als weltweiter Partner für offizielle Wett- und Spieldaten sowie für entsprechende Livestreams ausgewählt. Stats Perform übernimmt damit die Aufgabe, autorisierte Inhalte an lizenzierte Wettanbieter weiterzugeben.

Für die FIFA bedeutet dieser Schritt eine klare Bündelung. Statt mit zahlreichen einzelnen Partnern zusammenzuarbeiten, werden Daten und Streams zentral über einen Anbieter gesteuert. Wettplattformen erhalten im Gegenzug Zugang zu offiziellen Übertragungen, die direkt in ihre Systeme eingebunden werden können.

Weltmeisterschaft 2026 im Mittelpunkt

Besondere Bedeutung kommt der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2026 zu. Das Turnier wird mit 48 Mannschaften größer ausfallen als alle bisherigen Weltmeisterschaften und entsprechend mehr Spiele umfassen. Genau dieses umfangreiche Programm macht Livestreams im Wettumfeld besonders attraktiv.

Neben den eigentlichen Übertragungen gehören auch offizielle Echtzeitdaten zum Paket. Dazu zählen Spielstände, Statistiken und Ereignisse auf dem Platz, die für Live-Wetten eine zentrale Rolle spielen. Die Bereitstellung erfolgt nahezu ohne Verzögerung und gilt als entscheidender Faktor für die Nutzung im Wettgeschäft.

Klare Trennung vom klassischen TV-Geschäft

Die neuen Streaming-Rechte sind nicht als Ersatz für klassische Fernsehübertragungen gedacht. Bestehende Verträge mit Sendern und Streaming-Plattformen bleiben unberührt. Die FIFA grenzt das Angebot für Wettanbieter bewusst vom allgemeinen Medienmarkt ab.

Die Streams auf Wettplattformen richten sich ausschließlich an registrierte Nutzer und sind funktional gestaltet. Sie dienen vor allem dazu, laufende Wetten zu begleiten und Spielverläufe in Echtzeit nachvollziehen zu können. Eine freie oder allgemein zugängliche Ausstrahlung ist damit nicht verbunden.

Auswirkungen für lizenzierte Wettanbieter

Für Wettanbieter eröffnet die neue Regelung zusätzliche Möglichkeiten, ihr Angebot auszubauen. Eigene WM-Live-Streams erhöhen die Attraktivität der Plattformen und binden Nutzer stärker an das jeweilige Angebot. Gleichzeitig entfällt die Abhängigkeit von externen Übertragungen, was insbesondere bei Live-Wetten von Vorteil ist.

Die Nutzung offizieller Daten und Bilder schafft zudem rechtliche Klarheit. Anbieter bewegen sich innerhalb eines klar definierten Rahmens und können ihre Produkte auf eine offiziell genehmigte Grundlage stützen. Das spielt vorwiegend in regulierten Märkten eine wichtige Rolle.

Wirtschaftliche Bedeutung für die FIFA

Auch für die FIFA selbst ist die Entscheidung von wirtschaftlicher Relevanz. Die Vermarktung von Daten und Streams für den Wettmarkt stellt einen zusätzlichen Erlöskanal dar, der unabhängig vom klassischen Mediengeschäft funktioniert. Durch die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Partner behält der Verband zugleich die Kontrolle über Inhalte und Verbreitungswege.

Die Öffnung gegenüber dem Wettsektor zeigt, dass die FIFA ihre Turniere zunehmend auch aus einer datengetriebenen Perspektive betrachtet. Während Live-Daten schon lange fester Bestandteil des Geschäfts sind, markiert die Freigabe von Live-Bildern einen weiteren Schritt in diese Richtung.

Einordnung der Entwicklung

Die Entscheidung verdeutlicht, wie eng Sport, Medien und Wettindustrie inzwischen miteinander verflochten sind. Die Weltmeisterschaft bleibt ein zentrales TV-Ereignis, wird aber zugleich Teil eines spezialisierten Angebots für den Wettmarkt. Wie stark diese Form der Übertragung genutzt wird, dürfte sich spätestens bei der WM 2026 zeigen, wenn erstmals ein komplettes Turnier unter den neuen Bedingungen stattfindet.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...