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Der spanische Online-Glücksspielmarkt gehört Anfang 2026 weiterhin zu den attraktivsten und zugleich widersprüchlichsten Märkten Europas. Auf der einen Seite profitieren lizenzierte Anbieter von stabilen Steuersätzen, wachsender Spieleraktivität und einem vergleichsweise großen legalen Markt. Auf der anderen Seite verschärft sich der regulatorische Ton spürbar – und belastet zunehmend das Verhältnis zwischen Branche und Aufsicht.
Branchenexperten sprechen inzwischen offen von einer Vertrauenskrise zwischen Regulator und Industrie, die das weitere Wachstum gefährden könnte, wenn keine Kurskorrektur erfolgt.
Wachstum trotz regulatorischer Unsicherheit
Ökonomisch zeigt sich der Markt robust. Seit dem Ende der Pandemie verzeichnet Spanien wieder steigende Umsätze, insbesondere im Online-Casino-Segment. Slots gelten klar als Wachstumstreiber, gefolgt von Live-Roulette. Sportwetten bleiben zwar beliebt, sind jedoch deutlich margenschwächer, da der Wettbewerb intensiv ist und die Kosten für Akquise hoch bleiben.
Vor allem Betreiber mit stationärem Hintergrund wie Sportium, Codere oder Casino Barcelona konnten ihre Online-Angebote erfolgreich stabilisieren. Trotz der seit 2020 geltenden Werbe- und Sponsoringeinschränkungen gelang es vielen Anbietern, ihre Marktposition zu halten oder sogar auszubauen.
Attraktive Steuern als Standortvorteil
Ein wesentlicher Pluspunkt bleibt das spanische Steuersystem. Auf dem Festland gilt weiterhin eine Glücksspielsteuer von 20 Prozent auf den Bruttospielertrag. In den autonomen Städten Ceuta und Melilla profitieren Anbieter sogar von einem reduzierten Satz von 10 Prozent. Diese Regelung soll gezielt Investitionen anziehen und operative Standorte sichern.
Juristen und Marktbeobachter sehen darin einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen EU-Märkten, in denen Steuererhöhungen oder neue Abgaben drohen. Spanien sendet damit grundsätzlich ein investorenfreundliches Signal – zumindest fiskalisch.
Spielerschutz mit Nebenwirkungen
Problematisch wird es jedoch beim regulatorischen Feinschliff. Besonders umstritten sind die neuen, tabakähnlichen Warnhinweise, die Anbieter verpflichtend in ihre Online-Angebote integrieren müssen. Diese enthalten explizite Hinweise zu Verlustwahrscheinlichkeiten und Suchtgefahren und sollen das Risikobewusstsein der Spieler stärken.
In der Praxis führen diese Maßnahmen jedoch zu höherer Reibung im Nutzererlebnis. Experten warnen, dass vor allem Gelegenheitsspieler abgeschreckt werden könnten. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass Nutzer auf unregulierte Plattformen ausweichen, die solche Warnungen nicht anzeigen müssen.
Genau hier liegt eines der zentralen Dilemmata: Jede zusätzliche Einschränkung für lizenzierte Anbieter erhöht indirekt die Attraktivität des Schwarzmarkts.
Illegales Glücksspiel bleibt strukturelles Risiko
Nach Branchenschätzungen entfielen 2024 rund 16 Prozent des gesamten Online-Glücksspielvolumens in Spanien auf nicht lizenzierte Anbieter. Besonders junge Zielgruppen wechseln demnach häufig zu illegalen Plattformen, oft aus Unwissenheit oder wegen attraktiverer Bonusangebote.
Der spanische Glücksspielverband JDigital warnt seit Monaten vor dieser Entwicklung und fordert eine stärkere Fokussierung auf Kanalisierung statt auf immer neue Restriktionen. Auch in Deutschland wird diese Problematik intensiv diskutiert, wie die jüngste Debatte um Marktverdrängung und fehlende Brancheneinbindung zeigt
Zerrüttetes Verhältnis zur Aufsicht
Ein Kernproblem bleibt der mangelnde Dialog mit der zuständigen Aufsichtsbehörde Dirección General de Ordenación del Juego. Trotz mehrerer höchstrichterlicher Entscheidungen, die Teile der Werbeverbote aufgehoben haben, versucht die Behörde weiterhin, ähnliche Regelungen erneut einzuführen – häufig ohne vorherige Konsultation der Branche.
Für international tätige Anbieter erschwert diese Unsicherheit langfristige Planungen erheblich. Marketingstrategien müssen modular aufgebaut, Kampagnen stark lokalisiert und CRM-Strukturen ausgebaut werden, um regulatorische Risiken abzufedern.
Spanien als Vorbild – oder Warnsignal?
Spanien wird in Europa und Lateinamerika genau beobachtet. Als reifer Markt könnte das Land regulatorische Standards setzen – im positiven wie im negativen Sinne. Gelingt es, Spielerschutz, wirtschaftliche Attraktivität und konsequente Schwarzmarktbekämpfung in Einklang zu bringen, bleibt Spanien ein Referenzmodell.
Bleibt der Dialog jedoch aus, droht ein Szenario, in dem gut gemeinte Regulierung genau das Gegenteil bewirkt: sinkende Kanalisierung, steigender Schwarzmarktanteil und schwindende Investitionsbereitschaft.
Der spanische Glücksspielmarkt steht nicht vor einem wirtschaftlichen Problem, sondern vor einem politischen und regulatorischen. Wachstum ist vorhanden – doch ohne ein belastbares Verhältnis zwischen Regulator und Branche könnte dieses Fundament schnell erodieren.









