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Rund eine halbe Million Euro forderte ein österreichischer Spieler von einem Online Casino Anbieter zurück, nachdem er dort insgesamt 488.546 Euro bei Glücksspielen verloren hatte. Die Klage steht im Mittelpunkt einer aktuellen europäischen Debatte, bei der diskutiert wird, ob die Forderung auf Rückzahlung verlorener Glücksspieleinsätze rechtsmäßig ist.

Das Casino habe widerrechtlich gehandelt

Dr. Marek Ehrlich klagte in Österreich zunächst erfolgreich gegen das in Malta lizenzierte Online Casino. Aufgrund der örtlichen Glücksspielgesetze seien seine Einzahlungen im Casino nicht rechtsmäßig gewesen, so argumentiert der Arzt. In Österreich gibt es nur ein staatlich lizenziertes Online Casino: win2day gehört der Casinos Austria AG an und ist die einzige Casinoseite, die im Internet Spiele anbieten darf. Viele Spieler entziehen sich diesem Monopol und melden sich stattdessen bei internationalen Anbietern an.

Maltesische Online Casinos seien vor internationalen Urteilen geschützt

Zwar hatte ein österreichisches Gericht zugunsten der Forderung von rund 500.000 Euro (488.546 Euro plus Zinsen und Gerichtskosten) entschieden. Doch bei einer erneuten Gerichtsverhandlung auf Malta wurde die Klage abgelehnt: Am 30. Januar 2026 wies das Gericht die Anforderung gegen Vir­tual Digital Ser­vices Lim­ited – dem Betreiber des Online Casinos Mr Green – zurück. Der Richter berief sich dabei auf „Bill 55“ bzw. Art. 56A des maltesischen Glücksspielgesetzes von 2023, das in Malta lizenzierte Glücksspielunternehmen vor Urteilen ausländischer Gerichte schützt.

Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs sorgt für weitere Hürden

Die rechtliche Situation erfährt durch einen Hinweis des Europäischen Gerichtshofs eine weitere Zuspitzung. Der EuGH entschied im Januar 2026, dass bei Schadensersatzforderungen die geltenden Gesetze am Wohnort des Spielers zu berücksichtigen sind. Somit dürfen sich Glücksspielunternehmen nicht mehr nur auf lokale Gesetze berufen, wenn Glücksspiele im EU-Raum angeboten werden. Das Recht des Landes, in dem der Schaden aufgetreten ist, sei maßgeblich.

Haben Spieler ein Recht auf Schadensersatz?

Was bedeutet das nun konkret für Spieler? Im Moment ist die Lage noch unklar. Zwar betrachtet die EU lokale Glücksspielgesetze der Mitgliedsstaaten als rechtsgültig, so auch österreichische oder deutsche, die genaue Handhabung von Schadensersatzansprüchen ist jedoch nicht konkret definiert. Zahlreiche Spieler haben bereits erfolgreich Klage gegen internationale Online Casinos eingereicht – und dabei ihre Verluste zurückerhalten. Doch nicht in jedem Fall entscheiden Gerichte zugunsten der Verbraucher. Ob im Verfahren gegen Mr Green Revision eingelegt wird, um eine höhere Instanz einzuschalten, ist noch nicht bekannt.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...