Finnland: Betreiber warnen vor zu strengen Spielerschutz-Regeln
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Finnlands geplante Spielerschutzmaßnahmen sorgen für Wirbel in der Branche. SkillOnNet und Wildz Group schlagen Alarm – die neuen Regeln könnten Spieler direkt in den Schwarzmarkt treiben, statt sie zu schützen.

Was auf dem Tisch liegt

Die neue Gambling Risk and Harm Assessment Group (GRHAG) hat Ende Januar eine Konsultation gestartet, die bis 24. Februar läuft. Der Knackpunkt: ein operatorübergreifendes Verlustlimit-Register. Spieler könnten dann nur einen bestimmten Betrag über alle lizenzierten Anbieter hinweg verlieren – nicht pro Casino, sondern insgesamt. Dazu kommen verpflichtende Tools für Einzahlungs-, Verlust- und Zeitlimits sowie Cooling-off-Perioden.

Déjà-vu Deutschland

SkillOnNet, die hinter PlayOJO stehen, warnt: Zu niedrige Limits pushen Spieler zu illegalen Seiten. „Ein zwangsweise geschlossenes Spielerkonto ist immer ein negatives Kundenerlebnis“, so der Betreiber. Wildz Group verweist auf Deutschland als Warnsignal – dort wanderten bei zu strengen Limits etwa 20 bis 30 Prozent des Spielaufkommens zu unregulierten Anbietern ab.

Die Betreiber argumentieren, dass lizenziertes Spielen attraktiver sein muss als die Alternativen. Wenn legale Anbieter zu viele Hürden aufbauen, wird der Schwarzmarkt zur bequemeren Option – komplett ohne Spielerschutz. SkillOnNet fordert, dass der Fokus stattdessen auf die Bekämpfung illegaler Anbieter gelegt werden sollte.

Zeitpunkt ist heikel

Die Diskussion kommt zu einem kritischen Moment. Ab März können Betreiber Lizenzen für den neuen finnischen Markt beantragen, der im Juli 2027 starten soll. Finnland beendet damit sein Staatsmonopol und öffnet den Markt für internationale Anbieter. Die jetzt diskutierten Regeln werden direkt bestimmen, wie attraktiv dieser Markt für Betreiber und Spieler wird.

Auch KI-basierte Risikomodelle stehen in der Kritik – Betreiber halten sie für noch nicht ausgereift genug, um als Hauptwerkzeug für Spielerschutz zu dienen. Was gut gemeint ist, könnte am Ende genau das Gegenteil bewirken.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...