Illegale Sportstreams nehmen in Großbritannien stark zu
Foto von Luciano Oliveira auf Unsplash

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Illegale Sportübertragungen haben sich in Großbritannien zu einem ernstzunehmenden Massenphänomen entwickelt. Ein aktueller Bericht zeigt, dass die Zahl illegaler Streams innerhalb weniger Jahre stark angestiegen ist und eng mit dem Wachstum unlizenzierter Wettangebote verbunden ist. Die Entwicklung betrifft längst nicht mehr nur einzelne Randbereiche des Sports, sondern hat sich zu einem strukturellen Problem für Medienrechte, Regulierung und den legalen Glücksspielmarkt ausgeweitet.

Rasanter Anstieg illegaler Sportübertragungen

Nach den vorliegenden Daten wurden im Jahr 2025 rund 3,6 Milliarden illegale Sportstreams im Vereinigten Königreich registriert. Damit hat sich das Volumen seit 2022 mehr als verdoppelt. Damals lag die Zahl noch bei etwa 1,8 Milliarden Abrufen. Die Auswertung macht deutlich, wie schnell sich Piraterieangebote verbreiten und wie schwierig es ist, deren Wachstum einzudämmen.

Auffällig ist dabei die hohe Intensität im britischen Markt. Im internationalen Vergleich liegt Großbritannien trotz geringerer Bevölkerungszahl auf einem ähnlichen Niveau wie deutlich größere Länder. Besonders Liveübertragungen populärer Sportarten stehen im Fokus, da sie eine hohe Nachfrage erzeugen und in kurzer Zeit große Reichweiten erzielen.

Illegale Streams als Werbeplattform für Wettanbieter

Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist die enge Verbindung zwischen Sportpiraterie und dem Schwarzmarkt für Sportwetten. Rund 89 Prozent der untersuchten Streams enthielten Werbung für unlizenzierte Buchmacher. Diese nutzen die illegalen Übertragungen gezielt als Vertriebsweg, um Spieler außerhalb des regulierten Marktes zu erreichen.

Die finanziellen Auswirkungen sind deutlich spürbar. Im ersten Halbjahr 2025 erzielten illegale Wettanbieter Umsätze von rund 379 Millionen Pfund. Damit entfielen etwa neun Prozent des gesamten britischen Online-Glücksspielmarkts auf nicht lizenzierte Angebote. Noch wenige Jahre zuvor lag dieser Anteil bei lediglich zwei Prozent, was die Dynamik der aktuellen Entwicklung unterstreicht.

Regulierung unter Druck

Der Bericht kritisiert, dass das Ausmaß des Problems bislang unterschätzt wurde. Trotz zusätzlicher Mittel, die der britischen Glücksspielaufsicht zur Verfügung gestellt wurden, gelingt es nur begrenzt, gegen die wachsende Zahl illegaler Angebote vorzugehen. Die Autoren sehen strukturelle Schwächen in der Durchsetzung bestehender Regeln und warnen vor einer weiteren Verschärfung der Lage.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch geplante steuerliche Änderungen. Eine deutliche Erhöhung der Abgaben auf Online-Glücksspiel könnte dazu führen, dass sich mehr Spieler vom regulierten Markt abwenden. Unlizenzierte Anbieter würden dadurch weiter gestärkt, da sie weder Steuern noch vergleichbare Auflagen erfüllen müssen.

Rechteinhaber stoßen an Grenzen

Auch für die Sportverbände selbst hat die Entwicklung spürbare Folgen. Die Premier League ließ in der Saison 2024/25 mehr als 230.000 illegale Livestreams auf sozialen Plattformen entfernen und veranlasste die Löschung von über 430.000 urheberrechtsverletzenden Links. Dennoch bleibt die Wirkung begrenzt, da neue Angebote in kurzer Zeit entstehen und bestehende Sperren umgehen.

Der Bericht beschreibt einen Kreislauf, der sich zunehmend verfestigt. Illegale Streams sorgen für Reichweite, unlizenzierte Wettanbieter finanzieren das System, während Regulierung und Rechtsdurchsetzung hinterherlaufen. Ohne abgestimmte Maßnahmen gegen beide Bereiche dürfte sich dieser Trend fortsetzen und den legalen Sport- und Glücksspielmarkt weiter unter Druck setzen.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...