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Die britische Gambling Commission erhebt schwere Vorwürfe gegen den Tech Konzern Meta Platforms. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde duldet der Betreiber von Facebook und Instagram seit längerer Zeit Werbung für nicht lizenzierte Glücksspielangebote und greift trotz klarer Hinweise nicht konsequent ein. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der politische Druck auf Plattformbetreiber in Großbritannien spürbar zunimmt.
Bereits auf der internationalen Glücksspielmesse ICE in Barcelona machte Tim Miller, Exekutivdirektor für Vollzug bei der Gambling Commission, deutlich, dass die Geduld der Behörde nahezu erschöpft sei. Meta verstoße nach Ansicht der Aufsicht nicht nur gegen eigene Werberichtlinien, sondern begünstige durch Untätigkeit aktiv den illegalen Markt.
Werbung außerhalb jeder Kontrolle
Laut Miller seien die Verstöße leicht nachvollziehbar. Mitarbeiter der Aufsicht hätten allein mithilfe der öffentlichen Werbebibliothek von Meta zahlreiche Anzeigen entdeckt, die eindeutig auf britische Nutzer abzielten, obwohl die beworbenen Anbieter über keine gültige Lizenz verfügten.
„Wenn wir diese Anzeigen finden können, dann kann Meta das ebenfalls“, erklärte Miller vor Branchenvertretern. Dass der Konzern dennoch untätig bleibe, wertet die Behörde als bewusste Entscheidung. Miller sprach in diesem Zusammenhang von einem „Fenster zur Kriminalität“, das Meta offenhalte, indem es seine Kontrollpflichten vernachlässige.
Besonders brisant ist dabei, dass Meta in seinen eigenen Richtlinien ausdrücklich verlangt, dass Glücksspielwerbung nur von lizenzierten Anbietern geschaltet werden darf. In der Praxis werde diese Regel jedoch offenbar nicht konsequent durchgesetzt.
Bereits zuvor hatte eine Untersuchung gezeigt, dass die britische Bevölkerung deutlich härtere Eingriffe gegen Glücksspielwerbung unterstützt.
Illegale Anbieter zielen gezielt auf gesperrte Spieler
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die gezielte Ansprache besonders gefährdeter Nutzer. Viele der beanstandeten Anzeigen verwenden Begriffe wie „nicht auf Gamstop“. Gamstop ist das nationale Selbstsperrsystem Großbritanniens, über das sich spielsuchtgefährdete Personen freiwillig vom legalen Glücksspiel ausschließen können.
Lizenzierte Anbieter sind verpflichtet, gesperrte Nutzer konsequent zu blockieren. Illegale Betreiber umgehen diesen Schutz bewusst und nutzen entsprechende Suchbegriffe, um genau diese Zielgruppe zu erreichen. Nach Ansicht der Aufsicht stellt dies eine besonders schwere Gefährdung des Spielerschutzes dar.
Miller betonte, dass diese Praxis nicht nur illegal, sondern auch moralisch verwerflich sei. Plattformen wie Meta trügen hier eine besondere Verantwortung, da sie durch ihre Reichweite maßgeblich darüber entscheiden, welche Angebote sichtbar werden.
Meta verweist auf externe Meldesysteme
Für zusätzliche Verärgerung sorgte Metas Umgang mit den Vorwürfen. Nach Angaben der Gambling Commission habe der Konzern vorgeschlagen, dass die Behörde selbst technische Systeme oder KI Werkzeuge nutzen solle, um problematische Anzeigen zu melden. Meta würde diese dann nach Hinweis entfernen.
Für Miller ist dieses Vorgehen nicht akzeptabel. Es sei nicht Aufgabe staatlicher Behörden, die Werbeinfrastruktur eines der größten Technologieunternehmen der Welt zu überwachen. Vielmehr müsse Meta selbst proaktiv sicherstellen, dass illegale Inhalte gar nicht erst ausgespielt werden.
Der Eindruck, so Miller, sei, dass Meta bereitwillig Werbegelder annehme, solange kein öffentlicher Druck entstehe. Erst wenn Behörden oder Medien eingreifen, erfolge eine Reaktion.
Kein rein britisches Problem
Die britische Aufsicht sieht in dem Fall zudem ein globales Muster. Studien und Medienberichte zeigen, dass illegale Glücksspielwerbung auf Meta Plattformen auch in Ländern wie Indien, Malaysia oder Saudi Arabien weit verbreitet ist. In einigen dieser Staaten ist Glücksspiel vollständig verboten.
Die Gambling Commission fordert daher eine grundsätzliche Neubewertung der Verantwortung großer Plattformen. Gerade in regulierten Märkten wie Großbritannien dürfe es nicht sein, dass illegale Anbieter bessere Sichtbarkeit erhalten als lizenzierte Unternehmen, die sich an strenge Auflagen halten.
Regulierung rückt näher
Der Vorstoß der britischen Behörde passt in ein größeres Bild. Politik und Öffentlichkeit fordern zunehmend strengere Regeln für Glücksspielwerbung und mehr Verantwortung von Tech Konzernen. Sollte Meta seine Praxis nicht ändern, könnten weitere regulatorische Schritte folgen.
Für die Glücksspielbranche insgesamt zeigt der Fall, dass der Kampf gegen illegale Anbieter längst nicht mehr nur auf Ebene der Betreiber geführt wird. Plattformen geraten zunehmend selbst in den Fokus der Aufsichtsbehörden.









