LiveScore Bet zieht sich bis Ende 2025 aus Bulgarien zurück
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Der Sportwettenanbieter LiveScore Bet wird sich noch vor dem Jahresende 2025 vollständig aus dem bulgarischen Markt zurückziehen. Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung infolge der deutlich steigenden Glücksspielsteuern im Vereinigten Königreich.

In einer kurzen Mitteilung erklärte die LiveScore Group, dass der operative Betrieb der Marke in Bulgarien „formell eingestellt“ werde. Betroffene Kundinnen und Kunden würden derzeit über die nächsten Schritte informiert. Der Rückzug sei Teil einer sogenannten „strategic mitigation“, also einer vorsorglichen Anpassung an veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Steuerreform in Großbritannien wirkt über Landesgrenzen hinaus

Konkret verweist LiveScore auf die im britischen Herbsthaushalt beschlossenen Steuererhöhungen für Online-Glücksspiel. Ab April 2026 steigt die Remote Gaming Duty von 21% auf 40%. 

Zusätzlich soll ab April 2027 eine neue allgemeine Wettsteuer von 25% greifen, bislang lag dieser Satz bei 15%. Die Reform betrifft ausschließlich Online-Wetten und -Gaming, klassische Wettterminals sowie Pferdewetten bleiben ausgenommen.

Nach Angaben des Unternehmens habe diese Entwicklung unmittelbare Auswirkungen auf die internationale Ressourcenplanung gehabt. Der Rückzug aus Bulgarien sei daher eine direkte Folge der veränderten Kostenstruktur im Kernmarkt Großbritannien.

Unsicherheit über mögliche Steuererhöhung in Bulgarien

Neben der Situation im Vereinigten Königreich spielte laut LiveScore auch die politische Debatte in Bulgarien eine Rolle. Dort wird aktuell über eine mögliche Erhöhung der Glücksspielsteuer im Rahmen des Haushalts 2026 diskutiert. Diese Unsicherheit habe die Entscheidung zusätzlich beeinflusst, erklärte der Anbieter.

Das Unternehmen betonte, man wolle sich künftig stärker auf Märkte konzentrieren, in denen langfristige Planungssicherheit bestehe. Die Gruppe müsse „robust und flexibel“ bleiben, um auf regulatorische Veränderungen reagieren zu können.

Branchenweite Kritik an steigender Steuerlast

Die britische Steuerreform stößt in der Branche seit Wochen auf scharfe Kritik. Vertreter mehrerer großer Glücksspielkonzerne warnen vor negativen Folgen für Arbeitsplätze, Investitionen und die Attraktivität regulierter Angebote. Auch die Gefahr einer stärkeren Abwanderung von Spielern in den Schwarzmarkt wird immer wieder angeführt.

Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Debatte in Osteuropa an Bedeutung. Dass Bulgarien ebenfalls über höhere Glücksspielabgaben nachdenkt, passt in ein europaweites Bild zunehmender fiskalischer Belastungen für lizenzierte Anbieter.

Signalwirkung für kleinere Märkte

Der Rückzug von LiveScore Bet zeigt, wie stark nationale Steuerentscheidungen inzwischen internationale Geschäftsmodelle beeinflussen. Für kleinere Märkte wie Bulgarien könnte dies bedeuten, dass sich weitere Anbieter zurückziehen, sollten zusätzliche Belastungen hinzukommen. 

Der Fall gilt daher als weiteres Warnsignal für Regulierer, die zwischen Steuereinnahmen, Marktkonsolidierung und Kanalisierung abwägen müssen.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...