Ab 2026 steigt in Bulgarien der variable Lizenzanteil für Glücksspielanbieter
Foto von Serenay Tosun auf Unsplash

Wenn Sie über Affiliate-Links in unseren Inhalten einzahlen, erhalten wir möglicherweise eine Provision, ohne dass Ihnen dadurch zusätzliche Kosten entstehen. Bei CasinoBeats stellen wir sicher, dass alle Empfehlungen sorgfältig geprüft werden, um Genauigkeit und Qualität zu gewährleisten. Weitere Informationen finden Sie in unseren redaktionellen Richtlinien.

Die bulgarische Regierung hat eine Erhöhung der Lizenzgebühren für Glücksspielanbieter angekündigt. Das Vorhaben ist Teil der neuen Haushaltsstrategie und soll laut dem aktualisierten Mittelfristigen Haushaltsplan 2026–2028 bereits zum 1. Januar 2026 in Kraft treten. Ziel ist es, zusätzliche Einnahmen für den Staatshaushalt zu generieren und damit soziale sowie wirtschaftliche Ausgaben zu finanzieren.

Nach dem geplanten Gesetzesentwurf wird der variable Anteil der staatlichen Lizenzgebühr, den Glücksspielunternehmen entrichten müssen, von 20 % auf 25 % steigen. Diese Änderung betrifft Lotterien, Rubbellose, Toto, Bingo, Keno sowie Onlinewetten.

Fünf Prozentpunkte mehr für den Staat

Aktuell zahlen Anbieter für die meisten Spiele eine einmalige feste Gebühr von 300.000 BGN (rund 177.000 €) sowie eine variable Abgabe von 20 % auf die Differenz zwischen Einsätzen und ausgezahlten Gewinnen. Online-Wettanbieter leisten eine höhere fixe Zahlung von 400.000 BGN, unterliegen bisher aber derselben prozentualen Berechnung.

Mit der geplanten Erhöhung um fünf Prozentpunkte rechnet das Finanzministerium mit zusätzlichen Einnahmen von rund 32 Millionen € im kommenden Jahr. Diese Mittel sollen direkt in öffentliche Projekte fließen und helfen, die steigenden Ausgaben in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen und Infrastruktur abzufedern.

Das Ministerium erklärte in seiner Begründung: „Mit dieser Maßnahme wollen wir die Einnahmebasis des Staates verbreitern und sicherstellen, dass Unternehmen, die in stark regulierten Branchen tätig sind, einen gerechten Beitrag zum Gemeinwohl leisten.“

Überarbeiteter Entwurf nach früherem Widerstand

Die geplante Steueranhebung ist eine abgeschwächte Version eines früheren Vorschlags der Übergangsregierung unter Dimitar Glavchev, der im Zuge der Haushaltsdebatten 2025 vorgelegt, aber letztlich verworfen wurde. Damals war noch eine deutlich stärkere Erhöhung von 20 % auf 30 % im Gespräch. Nach Kritik aus der Branche und wegen der gleichzeitigen Einführung einer Bankenabgabe wurde das Vorhaben vorerst gestoppt.

Die aktuelle Regierung unter Premierminister Rosen Zhelyazkov verfolgt nun einen moderateren Ansatz. Statt einer neuen Bankensteuer wurde eine Vorauszahlung der Körperschaftssteuer in Höhe von 500 Millionen BGN für Finanzinstitute beschlossen, während der Glücksspielsektor gezielt stärker belastet wird.

Reaktion auf wachsende Schattenwirtschaft

Die bulgarische Glücksspielaufsicht sieht die Steueranpassung auch als Teil einer strategischen Neuausrichtung. In den vergangenen Monaten hatte sie wiederholt vor dem wachsenden Einfluss illegaler Anbieter gewarnt. Gleichzeitig wurden neue Aufklärungskampagnen gestartet, um Jugendliche besser über die Risiken von Online-Glücksspiel zu informieren.

Der Schritt folgt einem europäischen Trend hin zu höherer fiskalischer Beteiligung der Glücksspielbranche. In den Niederlanden etwa wurde der Steuersatz für legale Betreiber zuletzt trotz sinkender Einnahmen beibehalten.

Mit der geplanten Reform positioniert sich Bulgarien als weiteres EU-Land, das seine Glücksspielgesetzgebung stärker auf staatliche Einnahmen und gesellschaftliche Verantwortung ausrichtet – auch wenn Branchenverbände vor möglichen Marktverzerrungen und einer weiteren Verlagerung ins illegale Online-Segment warnen.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...