Seit etwas weniger als fünf Jahren gilt der neue Glücksspielstaatsvertrag, der allen Spielern in Deutschland Schutz vor ungesundem Spielverhalten bieten soll. Zu streng, finden die einen, ein wichtiger Schutz, sagen die anderen. Doch Fakt ist: Viele Spieler spielen bevorzugt außerhalb des deutschen Markts.
Deshalb soll der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) bis Ende 2026 evaluiert werden. Wie effektiv das System wirklich ist, ist der Kernpunkt der Debatte. Bis zum 31. Dezember 2026 wird die Glücksspielbehörde GGL gemeinsam mit den Bundesländern einen Bericht vorlegen, der entscheidet, ob das aktuelle System funktioniert oder nachjustiert werden muss.
Für Spielerinnen und Spieler ist diese Deadline bedeutend – sie kann direkte Auswirkungen auf die Spielregeln, den Spielerschutz und das Angebot im legalen Markt haben.
Was genau wird bei der GlüStV-Auswertung 2026 geprüft?
Es geht gezielt um die Auswirkungen des Vertrags. Im Fokus stehen zwei zentrale Ziele aus § 1:
Zum einen wird die Kanalisierung geprüft, also wie weit der überwiegende Spielbetrieb der Bevölkerung tatsächlich in regulierte, überwachte Kanäle gelenkt wird oder vornehmlich in unerlaubte Märkte abfließt. Auch der Spielerschutz wird evaluiert: Wie effektiv schützen Maßnahmen wie die OASIS-Sperre, Einzahlungslimits, Werbebeschränkungen und Suchtfrüherkennung vor Gefahren?
Was Spieler von einer Reform erwarten können
Wer sich das Spielen ohne Einzahlungslimits und ohne 5 Sekunden Pause wünscht, könnte in Zukunft mit weniger Beschränkungen konfrontiert werden. Auf der anderen Seite sind aber auch Änderungen wie finanzielle Kontrollen möglich, die vielen Nutzern Unbehagen bereiten.
| Funktion | Diskutierte Änderungen 2026 | Aktuelle Regeln (seit 2021) |
|---|---|---|
| 1€ Limit | Erhöhung des Limits | Max. 1 Euro Einsatz pro Dreh |
| 1.000€ Limit | Automatische Finanzprüfungen; Prozentsatz des Nettoeinkommens nach Fixkosten als Limit | Monatliche Einzahlungsgrenze von 1.000 € (anbieterübergreifend) |
| Bonitätsprüfung | Automatisch bei jeder Transaktion | Oft nur einmalig bei der Registrierung oder Limiterhöhung |
| 5 Sekunden Regel | Mögl. Abschaffung oder Änderung | Pflicht |
| Bonus | Striktere Vorgaben sind möglich | Bonusgelder werden eingeschränkt, bestimmte Bedingungen müssen eingehalten werden |
| Zahlungssperren | Stärkere Zusammenarbeit mit Zahlungsanbietern, um automatische Prüfungen durchzuführen und Zahlungen ggf. zu verweigern | Gelegentliche Eingriffe, kein flächendeckender systematischer Vorgang |
| Zahlungsanbieter | Weitere Zahlungsdienstleister könnten ausgeschlossen werden | Zahlungen über Anbieter mit Sitz außerhalb Deutschlands dürfen seit 2024 abgelehnt werden |
| Gesperrte Websites | Um den Prozess zu beschleunigen, könnten Sperren ohne Vorwarnung erfolgen. | Die GGL blockiert bereits über 930 Online Casinos und unerlaubte Websites mit Casinoinhalten. |
- Einsatzlimit: Besprochen wird, ob die Einsatzlimits pro Drehung an Spielautomaten erhöht werden sollten, um legale Online Casinos wettbewerbsfähiger zu machen.
- Einzahlungsgrenze: Statt des starren monatlichen Einzahlungslimits bis maximal 1.000 € könnten automatisierte Prüfungen über Open Banking oder Kreditauskünfte (Schufa) eingesetzt werden, um wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachzuweisen. Berichten zufolge wird diskutiert, ob die Einnahmen und Ausgaben von Spielern automatisch geprüft werden, um so das Limit als Prozentsatz des frei verfügbaren Einkommens (nach den Lebenshaltungskosten) zu bestimmen.
- 5 Sekunden Pause: Häufig beklagen sich Spieler über die Unterbrechung von 5 Sekunden nach jeder Drehung. Deshalb wird nun geprüft, ob sie Nutzer davon abhält, legale Casinos zu besuchen oder womöglich abgeschafft oder geändert werden sollte.
- Werbung: Mögliche Änderungen in Bezug auf Werbung – wann und wo Anzeigen (einschließlich denen im TV und den Sozialen Medien) gezeigt werden dürfen.
- Bonus: Evaluierung aktueller Bonusangebote und ob sie betroffene Gruppen zu stark verleiten. Die Folge könnten noch strengere oder standardisierte Bonusvorgaben sein.
- Zahlungsmethoden und -anbieter: Überweisungen über Banken oder E-Wallets sollen durch Identifikationsverfahren automatisch geprüft werden. Abgelehnt werden alle Transaktionen über Finanzinstitute, die ihren Sitz nicht in Deutschland haben. Diese Regelung gilt bereits jetzt, könnte aber stärker durchgesetzt werden.
- Blockierte Casinowebsites: Schon jetzt werden etwa 1.000 Websites von der GGL in Deutschland geblockt. In Zukunft könnte dies ohne Vorwarnung an die Unternehmen geschehen. Spieler müssen sich (schon jetzt) darauf einstellen, dass der Zugriff auf eine Casinowebsite plötzlich aus Deutschland nicht mehr möglich ist.
LUGAS Limit Erhöhung 2026
Zwar ist es zum aktuellen Zeitpunkt möglich, das LUGAS Limit zu erhöhen, jedoch berichten Spieler, dass sich eine Anhebung der Obergrenze über 1.000 € als äußerst schwierig erweisen kann. Die Überprüfung im Jahr 2026 könnte wichtige Veränderungen mit sich bringen:
Aktuelle vs. zukünftige Regeln für die LUGAS-Erhöhung
Aktuell sind verschiedene Nachweise nötig, um eine Anhebung des Limits bis 10.000 € anzufordern. Ob Systeme wie LUGAS und OASIS letztendlich so funktionieren wie sie es sollen, wird an ihrer Fähigkeit, Spielsucht zu verhindern, gemessen. Möglich sind zukünftige kundenfreundlichere Ansätze, aber auch stärkere, automatisierte Kontrollen auf finanzieller Ebene, die bald zur Normalität werden könnten.
| Funktion | Voraussichtliche Änderungen 2026 | Aktuelle Regelung |
|---|---|---|
| Verifizierung | Automatische Prüfung via Open Banking oder SCHUFA-Auskunft | Manueller Upload von Kontoauszügen oder Steuerbescheiden |
| Höchstlimit | Mögliche Aufhebung der 1 % Quote, um mehr Spielern höhere Limits zu ermöglichen | 10.000 € oder 30.000 € (beschränkt auf 1 % der Spieler eines Anbieters) |
| Häufigkeit der Prüfungen | Fortlaufende Bonitätsprüfung (bei jeder Transaktion) | In der Regel nur bei einem Antrag auf Erhöhung des Limits oder der Registrierung |
| Dauer des Antrags | Echtzeit-Verifizierung | Tage bis Wochen |
Ein Zwischenbericht von Ende 2023 hat bereits gezeigt, dass viele Neuerungen angelaufen sind, aber der Schwarzmarkt ein hartnäckiges Problem bleibt. Der finale Bericht bis 31.12.2026 soll nun wissenschaftlich fundiert (u. a. durch Studien der Universität Bremen zum Spielerschutz und der eye square GmbH in Berlin zu Werbewirkungen) klären, ob Fehlentwicklungen vorliegen und Änderungsbedarf besteht.