Die türkische Nationalmannschaft ist nach einer weiteren Niederlage im zweiten Gruppenspiel vorzeitig bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ausgeschieden. Das Team von Trainer Vincenzo Montella verlor in der Nacht zum Samstag mit 0:1 gegen Paraguay und hat damit keine Chance mehr auf den Einzug in die K.o.-Phase.
Auf einen Blick
- Türkei verliert auch das zweite Gruppenspiel mit 0:1 gegen Paraguay.
- Nach dem 0:2 gegen Australien ist das WM-Aus bereits nach zwei Spieltagen besiegelt.
- Paraguay wahrte dagegen seine Chancen auf das Achtelfinale.
- Für Aufsehen sorgte eine Rote Karte gegen Paraguays Miguel Almirón aufgrund einer neuen FIFA-Regel.
Früher Rückschlag entscheidet die Partie
Nach der enttäuschenden Auftaktniederlage gegen Australien stand die Türkei bereits unter erheblichem Druck. Entsprechend engagiert begann die Mannschaft, doch erneut fehlte die Durchschlagskraft im letzten Drittel.
Paraguay zeigte sich dagegen effizienter und nutzte eine seiner besten Möglichkeiten zur Führung. Die türkische Mannschaft lief anschließend lange dem Rückstand hinterher, konnte ihre spielerischen Vorteile jedoch nicht in Tore ummünzen. Wie schon beim 0:2 gegen Australien fehlte es an Konsequenz vor dem gegnerischen Tor.
Historische Rote Karte überschattet das Spiel
Für die kurioseste Szene des Abends sorgte Paraguays Miguel Almirón kurz vor der Halbzeitpause. Der Offensivspieler erhielt nach Eingreifen des Video-Assistenten die Rote Karte, weil er sich während eines Wortwechsels mit dem türkischen Verteidiger Mert Müldür die Hand vor den Mund hielt.
Die FIFA hatte vor der WM eine neue Regel eingeführt, nach der das bewusste Verdecken des Mundes in bestimmten Situationen als schweres unsportliches Verhalten gewertet werden kann. Almirón ist damit der erste Spieler in der Geschichte einer Weltmeisterschaft, der aufgrund dieser Regel des Feldes verwiesen wurde.
Trotz Überzahl gelang es der Türkei nicht, das Spiel noch zu drehen.
Große Enttäuschung nach starkem Qualifikationslauf
Das frühe Ausscheiden kommt für viele Beobachter überraschend. Die Türkei hatte sich erstmals seit 24 Jahren wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und war mit großen Hoffnungen nach Nordamerika gereist. In den Playoffs hatte sich das Team noch erfolgreich durchgesetzt und die Rückkehr auf die größte Fußballbühne gefeiert.
Doch bereits das erste Gruppenspiel gegen Australien offenbarte bekannte Schwächen. Trotz hoher Ballbesitzwerte und zahlreicher Abschlüsse blieb die Mannschaft ohne Torerfolg. Gegen Paraguay wiederholte sich dieses Muster.
Montellas Zukunft dürfte zum Thema werden
Vor dem Spiel hatte Trainer Vincenzo Montella noch um Geduld geworben und die Kritik aus der Heimat zurückgewiesen. Nach dem zweiten Rückschlag innerhalb weniger Tage dürfte die Diskussion um die Zukunft des italienischen Trainers nun deutlich an Fahrt aufnehmen.
Die Nationalelf bestreitet zwar noch ihr letztes Gruppenspiel gegen die USA, sportlich geht es jedoch nur noch um einen versöhnlichen Abschied von der Weltmeisterschaft. Paraguay darf dagegen weiter vom Achtelfinale träumen.
Fazit
Die Rückkehr der Türkei auf die WM-Bühne endet früher als erhofft. Nach Niederlagen gegen Australien und Paraguay ist das Turnier bereits nach zwei Spieltagen beendet. Besonders bitter: Selbst eine komplette Halbzeit in Überzahl reichte nicht aus, um das entscheidende Spiel gegen Paraguay zu drehen. Statt vom Achtelfinale zu träumen, muss die Türkei die Heimreise antreten. Paraguay hingegen hält seine Hoffnungen auf das Weiterkommen am Leben.