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Salzburg legalisiert Spielautomaten: Verbot erwies sich in der Praxis als unwirksam

Ein Foto von Salzburg.
Foto von Sarah Mutter auf Unsplash

Das Land Salzburg hat in diesem Jahr das sogenannte „kleine Glücksspiel“ (Automatenspiele) legalisiert. Grund war die Überholung des seit 2014 geltenden Gesetzes, das Spielautomaten vollständig verbot.

Das Gesetz zur Legalisierung der Spielautomaten wurde am 23. Mai 2024 vom Salzburger Landtag beschlossen und trat am 1. Jänner 2026 offiziell in Kraft.

Nur drei Anbieter erhielten eine Konzession und dürfen die insgesamt 472 zugelassenen Automaten legal aufstellen. Ziel ist es, die illegale Szene zu bekämpfen.

Verbot zeigte nicht den gewünschten Effekt

Das neue Gesetz soll den Markt regulieren und auch den Spielerschutz erhöhen, nachdem illegale Automaten in der Vergangenheit ein Problem darstellten.

Obwohl die Polizei regelmäßig Razzien durchführte und Geldstrafen von durchschnittlich rund 10.000 Euro verhängte, wurden unerlaubte Geldspiele immer wieder in verschiedenen Einrichtungen entdeckt.

Beispiele aus der Praxis sprechen für Legalisierung

Die Praxis zeigt: Sind keine legalen Optionen oder nur sehr restriktive Angebote verfügbar, kehren viele Betreiber und Spieler zum Schwarzmarkt zurück.

In Dänemarkt erwies sich die Glücksspielregulierung als erfolgreich, nachdem etwa 90 % der Spieler im regulierten Markt blieben. Ein ähnliches Bild zeichnete sich in Schweden ab. Lediglich in Deutschland, in denen die Regulierungen von 2021 oftmals als zu streng empfunden werden, kämpfen die Behörden, trotz größenteils erfolgreicher Einbindung, mit unerlaubten Glücksspielaktivitäten.

Eine Balance ist wichtig

Eine weitere Überlegung der Behörden ist die Höhe der Steuereinforderung. Länder wie Großbritannien und Dänemark erheben von Betreibern Steuern, die hoch genug sind, um Einnahmen zu generieren, aber niedrig genug, damit die Betreiber weiterhin mit steuerfreien illegalen Anbietern konkurrieren können.

Weitere Regelungen, die ebenfalls am Jahresanfang eingeführt wurden, sollen dem Spieler- und Jugendschutz dienen: So dürfen Automaten nicht an bestimmten Standorten, zum Beispiel in Wirtshäusern und in bestimmten Betrieben, in denen Alkohol verkauft wird, aufgestellt werden. Die Einrichtungen müssen einen Mindestabstand von 15 Kilometern zu einander einhalten und mindestens 300 Meter von Schulen entfernt liegen.

Bei der Bevölkerung stieß das neue Landesgesetz sowohl auf Lob als auch auf Kritik. Salzburg war eines von vier österreichischen Bundesländern mit einem vollständigen Spielautomaten-Verbot. In Vorarlberg, Tirol und Wien gilt dieses Verbot noch. In Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und im Burgenland sind sie hingegen in Glücksspieleinrichtungen erlaubt.

Erste Berichte werden 2027 erwartet

Belastbare Statistiken zur Wirkung der Legalisierung in Salzburg werden voraussichtlich ab Anfang bis Mitte 2027 verfügbar sein.

Frühestens Mitte 2026 könnten bereits erste Daten zu Steuereinnahmen und gemeldeten Automaten vorliegen. Der Jahresbericht 2026 (Frühjahr 2027) der Finanzpolizei und der Landesbehörden wird schließlich zeigen, ob die Zahl der Beschlagnahmungen illegaler Geräte gesunken ist.

In Deutschland ist eine Evaluierung bereits zum 31. Dezember 2026 gesetzlich verankert; ähnliche Prüfprozesse werden auch für das Salzburger Modell erwartet, um die Wirksamkeit der Regulierung zu bestätigen.

Timm Schaffner

Timm Schaffner iGaming Experte

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen auf dem iGaming-Markt.

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