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Insider-Wetten: berühmteste Wettskandale im Sport

Fußballspiel.
Foto von Janosch Diggelmann auf Unsplash

Während der aktuelle NBA-Skandal um Damon Jones, Chauncey Billups und Terry Rozier die Basketball-Welt erschüttert, ist er keineswegs ein Einzelfall. Sportwetten und Manipulationen haben zahlreiche Sportarten geprägt – von klassischen Spielmanipulationen bis hin zu Insider-Wetten. Das sind die größten Skandale im Sport.

Baseball – World-Series-Bestechungsskandal

Der wohl berühmteste Wettskandal der Sportgeschichte ereignete sich bei der World Series 1919. Acht Spieler der Chicago White Sox ließen sich bestechen und verloren die Meisterschaft absichtlich gegen die Cincinnati Reds. Der Skandal führte zur Einsetzung eines Commissioners und lebenslangen Sperren für die Beteiligten.

Fußball – Spieler, Funktionäre und Schiedsrichter

Italien wurde mehrfach von großen Wettskandalen heimgesucht. Beim Totonero-Skandal 1980 wurden Spieler und Funktionäre beschuldigt, Spiele manipuliert zu haben; Am 23. März 1980 verhaftete die Polizei mehrere Spieler im Stadion. Die Verhaftungen wurden live im TV gezeigt.

Der Calciopoli-Vorfall 2006 betraf Juventus, AC Mailand und andere Top-Vereine, die Schiedsrichter zu ihren Gunsten beeinflusst haben sollen. Juventus verlor den Meistertitel und wurde in die Serie B zurückgestuft.

In Deutschland führte der Hoyzer-Skandal 2005, bei dem der Schiedsrichter Robert Hoyzer Spiele manipulierte, um Sportwettengewinne zu ermöglichen, zur Untersuchung vergangener Spiele, die Hoyzer gepfiffen hatte.

Selbst die Champions League blieb von Skandalen nicht unverschont: Im Jahr 2009 wurden manipulierte Champions-League-Partien verdächtigt. Über 200 Spiele sollen betroffen gewesen sein. Im Mittelpunkt stand eine kriminelle Gruppe, die Spieler und Funktionäre bestachen, um Spiele zu manipulieren und so von den Wetten zu profitieren.

Cricket – Spot-Fixing in der Nationalmannschaft

Drei pakistanische Nationalspieler (Salman Butt, Mohammad Asif, Mohammad Amir) warfen in einem Bestechungsvorfall bei einem Testspiel auf Anweisung eines Buchmachers zu bestimmten Zeitpunkten sogenannte No-Balls (Spot-Fixing genannt).

Die Affäre wurde von verdeckten Reportern von „News of the World“ aufgedeckt, die einen Buchmacher dabei filmten, wie er Geld entgegennahm und ihnen mitteilte, dass die Spieler zu bestimmten Zeitpunkten während des Spiels absichtlich No-Balls werfen würden.

Tennis – Spiele mit Absicht verloren

Tennis ist aufgrund vieler Einzelspiele und niedrigerer Preisgelder besonders anfällig für Betrugsfälle. Es gab wiederholt Vorwürfe gegen Spieler aus niedrigeren Rängen, die Spiele absichtlich verloren. Daraufhin wurde die „Tennis Integrity Unit“ eingerichtet, um solche Fälle zu bekämpfen.

Bekannt wurde etwa der Fall um Nikolay Davydenko, damals auf Rang 4, der im August 2007 gegen Martin Vassallo Arguello verlor, der sich auf dem 87. Platz der Rangliste befand. Der Buchmacher Betfair stornierte alle Wetten, nachdem 7 Millionen Dollar auf Arguello platziert worden waren – selbst nachdem Davydenko den ersten Satz verloren hatte. Nach einer Investigation durch die ATP wurde Davydenko nicht für schuldig befunden.

NBA – von Insider-Wetten bis Schiedsrichterbetrug

In der NBA selbst trugen sich, abgesehen von den aktuellen Insider-Wetten-Vorfällen 2026, weitere Betrugsfälle zu. So wettete Schiedsrichter Tim Donaghy Im Jahr 2007 auf Spiele, die er pfiff, und gab Insider-Wissen weiter. Auch College-Basketball geriet 1951 aufgrund eines großen Point-Shaving-Skandals mit Dutzenden beteiligten Spielern in die Schlagzeilen.

Pferderennen – Morphiumverdacht bei Pferd von Königin Elizabeth II. war Futterverunreinigung

Im Jahr 2014 wurde beim Rennpferd „Estimate“, das sich im Besitz von Königin Elizabeth II. befand, Morphium nachgewiesen. Untersuchungen ergaben später, dass dies auf verunreinigtes Futter zurückzuführen war. Das Pferd, das 2013 den Ascot Gold Cup gewonnen hatte, war eines von mehreren, bei denen ein positiver Befund festgestellt wurde, und der Fall wurde vom königlichen Gestüt als Verunreinigung und nicht als absichtliches Doping behandelt.

Timm Schaffner

Timm Schaffner iGaming Experte

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen auf dem iGaming-Markt.

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