London/New York, 5. Mai 2026 – Der Hedgefonds-Manager tritt mit sofortiger Wirkung als Non-Executive Director aus dem Aufsichtsrat des britischen Glücksspielkonzerns Entain zurück. Der Schritt erfolgt im Zuge der angekündigten Schließung seines Hedgefonds Eminence Capital nach 27 Jahren, den er im Jahr 1999 in New York gegründet hatte.
Eminence Capital hält rund 6,5 Prozent der Anteile an Entain und zählt damit zu den größten Aktionären. Sandler begründete die Entscheidung in einem Brief an Investoren mit anhaltender Leistungsschwäche, steigenden Kosten sowie veränderten Marktbedingungen. Die Nachricht dürfte zusätzlichen Verkaufsdruck auf die ohnehin schwächelnde Aktie des FTSE-100-Unternehmens ausüben. Bereits kurz nachdem die Fonds-Schließung bekannt wurde, gerieten Entain-Aktien deutlich unter Druck.
Druck auf Entain-Aktien und Fondsauflösung
Am 27. April, direkt nach der Bekanntgabe der Eminence-Capital-Schließung, fielen Entain-Aktien um etwa 7 Prozent. Am Tag der Ankündigung des Rücktritts von Ricky Sandler (sofort wirksam ab dem 5. Mai) fiel die Aktie am Nachmittag in London zeitweise um 5,1 Prozent.
„In den letzten Jahren ist es zunehmend schwierig geworden, unseren rigorosen Bottom-up-Investmentprozess auf die sich rasch wandelnden Marktverhältnisse anzuwenden“, schrieb er. Der Fonds mit einem Volumen von rund sieben Milliarden Dollar wird Kapital an die Investoren zurückgeben, wobei mindestens 75 Prozent des Nettoinventarwerts bis Juni ausgeschüttet werden soll.
Eminence hielt des Weiteren bedeutende Anteile an Amazon.com Inc. (AMZN) – ca. 1,48 Millionen Aktien im Wert von rund 341 Millionen Dollar. Weitere Positionen umfassten unter anderem Valvoline, Coupang, Salesforce und DraftKings. Erst im Februar 2026 gab Salesforce bekannt, dass Eminence Capital seinen Anteil an Salesforce CRM auf rund 1 Million Aktien aufgestockt habe.
Der Rückzug und die Schließung sorgen für weitere Kontroversen für Entain
Für Entain bedeutet der Rückzug weitere Kontroversen nach einer Reihe von rufschädigenden Vorfällen. Erst im Januar 2024 war Sandler in den Aufsichtsrat von Entain eingezogen, nachdem Eminence Druck auf das Unternehmen ausgeübt hatte. Sandler galt als starker Kritiker der früheren CEO von Entain, Jette Nygaard-Andersen, die im Dezember 2023 nach nur etwa drei Jahren ihre Position verließ, nachdem sie Berichten zufolge das Ansehen der Aktionäre verloren hatte.
Nygaard-Andersen plagten während ihrer Zeit als Führungskraft langjährige Korruptionsvorwürfe gegen ein türkisches Tochterunternehmen von Entain, was zu intensiven Ermittlungen der britischen Behörden führte. Entain einigte sich schließlich auf eine Strafe von rund 585 Millionen Pfund (später auf bis zu 615 Millionen Pfund geschätzt) wegen mutmaßlicher Bestechung.
Ricky Sandler kritisierte vor allem den Erwerb des Sportwetten-Unternehmens STS im Juni 2023 für 750 Millionen Pfund. Auch die Akquisitionen mehrerer Marken in den Jahren 2021 und 2022 unter der Leitung von Nygaard-Andersen – Enlabs AB, Bet.pt, unikrn, Klondaika, Avid Gaming, Totolek, SuperSport und BetCity – bemängelte Sandler wiederholt. Kurz nachdem sie ihren Posten verließ, nahm Sandler seine Position im Aufsichtsrat ein.
Mit der Schließung von Eminence Capital geht eine Ära für einen der einflussreicheren Investoren im Sektor zu Ende und wirft neue Fragen über die Zukunft von Entain – heute unter der Leitung von CEO Stella David – und ihrer künftigen Stabilität auf. Entain ist im Besitz mehrerer bekannter Marken, darunter Ladbrokes, PartyPoker, bwin, Coral und Sportingbet, und zählt weiterhin zu den größten an der Londoner Börse notierten Sportwetten- und Glücksspielkonzernen.