Im Zuge eines der größten Glücksspiel-Skandale der NBA-Geschichte hat der ehemalige NBA-Spieler und Assistenztrainer Damon Jones als erster von mehreren Angeklagten ein Schuldbekenntnis abgelegt. Der 49-Jährige bekannte sich am Dienstag vor einem Bundesgericht in Brooklyn in zwei separaten Fällen der Verschwörung zum Überweisungsbetrug (Wire Fraud) für schuldig.
Jones war im Herbst 2025 im Rahmen einer großangelegten FBI-Ermittlung festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm vor, Insider-Informationen aus der NBA für Sportwetten weitergegeben zu haben und an manipulierten Poker-Spielen mit Verbindungen zur New Yorker Mafia beteiligt gewesen zu sein. Die Ermittlungen führten zu über 30 Festnahmen, darunter mehrere Basketball-Persönlichkeiten.
Glücksspiel-Skandal um LeBron James
Laut Anklage soll Jones unter anderem vertrauliche Informationen über Verletzungen von Starspielern wie LeBron James und Anthony Davis an Wettende verkauft haben. In einem Fall soll er Komplizen geraten haben, groß auf die Milwaukee Bucks zu setzen, bevor bekannt wurde, dass James bei einem Spiel der Los Angeles Lakers 2023 nicht antreten würde.
LeBron James und Damon Jones spielten zusammen für die Cleveland Cavaliers in den Jahren 2005 bis 2008. Später, in den Jahren 2014 bis 2018, übte Jones eine beratende Rolle und Vollzeit-Assistenztrainer-Stelle für die Cavaliers aus. In der Saison 2022/23, war Jones zudem inoffizieller Assistenztrainer für die Los Angeles Lakers, für die LeBron heute noch spielt. Es gibt keine Beweise dafür, dass LeBron James im Wettsystem verwickelt war oder davon wusste.
Millionenschaden bei Sportwettenanbietern
Die Betrugsvorgehen sollen Sportwettenanbieter wie DraftKings und FanDuel um Millionen geschädigt haben und bei manipulierten Poker-Runden ahnungslose Mitspieler um hohe Summen gebracht haben. Insgesamt ist von rund 10 Millionen Dollar illegal erlangtem Gewinn die Rede.
Der Fall hat die NBA erneut in Aufruhr versetzt und wirft ein Schlaglicht auf die zunehmenden Risiken von Sportwetten in der Liga. Weitere bekannte Namen wie Chauncey Billups und Terry Rozier wurden im Zuge der Ermittlungen ebenfalls genannt. Jones ist der erste der 34 Angeklagten, der sich schuldig bekannt hat.
Verbindung zu Mafia-Familien und Poker-Spiele
Jones war in ein Netzwerk eingebunden, das illegale Pokerspiele mit Beteiligung der New Yorker Mafia-Familien Genovese, Gambino und Bonanno organisiert haben soll. Er und andere NBA-Persönlichkeiten dienten als sogenannte „Face Cards“ – prominente Lockvögel, die wohlhabende Spieler zu den Pokerrunden locken sollten. Die Spiele wurden mit technischen Tricks wie veränderten Kartenmischern am Tisch manipuliert. „Ich wusste, dass diese Spiele manipuliert waren und dass die Spieler betrogen wurden“, gestand der Angeklagte vor Gericht.
Jones‘ Haftstrafe möglicherweise reduziert
Jones, der in seiner 11-jährigen NBA-Karriere für zehn Teams spielte, entschuldigte sich vor Gericht. Die Urteilsverkündung soll im Januar 2027 erfolgen. Es drohen ihm mehrere Jahre Haft in den zwei getrennten Straffällen.
Obwohl ursprünglich mit bis zu 20 Jahren Gefängnis gerechnet wurden, wurden die empfohlenen Richtlinien durch seine Verständigung mit der Staatsanwaltschaft (Plea Agreement) erheblich reduziert.
Die NBA selbst hat sich bisher nicht detailliert zum Fall geäußert, betonte aber erneut die strenge Haltung der Liga gegenüber Glücksspiel und Integritätsverletzungen. Elf weitere Angeklagte werden im Fall voraussichtlich eine Verständigung eingehen, laut CBS News.