Österreich hat ein neues Glücksspielgesetz verhandelt und wird das aktuelle Monopol aufheben, erfuhr die Kronen-Zeitung. Spielbanken und Online Casinos dürfen demnach erstmals legal Glücksspiele anbieten. Das neue Gesetz soll im Oktober 2027 in Kraft treten und wurde gemeinsam von ÖVP, SPÖ und NEOS beschlossen.
Neue Glücksspielregeln für Einsatzlimits und Einzahlungsgrenzen
Neben der Vergabe neuer Konzessionen wird eine Veränderung der Regeln erwartet, die auch für Online Casinos gelten sollen: Spieler dürfen nicht mehr als fünf Euro pro Spiel setzen und müssen sich an monatliche Einzahlungslimits halten, die bei jüngeren Nutzern strenger angesetzt sind. Jackpots sind weiterhin erlaubt und das Gewinnlimit von maximal 10.000 Euro bleibt erhalten.
Auf einen Blick:
- Einsatz von maximal 5 Euro pro Spiel
- Monatliche Einzahlungslimits gelten (strenger für jüngere Nutzer)
- Jackpots weiterhin erlaubt.
- Gewinnlimit 10.000 Euro bleibt unverändert.
Zukünftig wird es weniger örtliche Glücksspielbetriebe geben. Bei der Diskussion darüber, wie viele lokale Spielbankeinrichtungen gestattet werden sollen, haben sich die Parteien auf 13 (statt den bisherigen 15) geeinigt.
Glücksspielanbieter müssen Spielerklagen folgen
Ein wichtiges Thema der Besprechungen waren auch gerichtliche Klagen von Nutzern. Spieler, die bei einem Online Casino ohne Konzession Verluste erlitten haben, könnten demnach entschädigt werden. Anfang 2026 bekräftigte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Rechte von Verbrauchern in EU-Mitgliedsstaaten in Bezug auf Glücksspielklagen.
Casinos müssen nachweisen, dass sie nicht illegal gehandelt haben
Um eine Konzession zu erhalten, darf ein Glücksspielbetreiber vor dem Antrag mindestens 18 Monate lang keine Spiele illegal in Österreich angeboten haben. Dieser Zeitraum erhöht sich ab dem Jahr 2030 auf 24 Monate. Nicht geleistete Steuern müssen nachgereicht werden.
Ein Ende des Glücksspielmonopols
Das bisherige Glücksspielmonopol Österreichs wurde von österreichischen Verbrauchern aufgrund der strengen Konzessionsvergabe häufig kritisiert. Bisher gibt es nur einen einzigen Anbieter für örtliche Spielcasinos – Casino Austria AG – und einen für Online-Glücksspiele – Österreichische Lotterien GmbH.
Hinzu kommt die Verbindung der beiden Firmen zueinander: Die Casino Austria AG ist ein Mehrheitsgesellschafter an der Österreichische Lotterien GmbH (zu 73,87 %), die das einzige staatliche Online Casino win2day betreiben darf.
Vollständiges Glücksspielverbot „nicht sinnvoll“
Die Frage, ob ein vollständiges Glücksspielverbot sinnvoll sei, verneint das Bundesministerium Finanzen mit der Begründung: „Ein gänzliches Verbot von Glücksspielen wäre nicht sinnvoll und hätte negative Konsequenzen, wie zB ein Abdrängen des Glücksspiels in die Illegalität, eine unkontrollierte Gewinnauszahlung oder eine mögliche Druckausübung der Veranstalterin/des Veranstalters auf die Spielteilnehmerinnen/Spielteilnehmer.“
Glücksspielregeln, Restriktionen und Erlaubnisse sind oft Kernpunkt einer wichtigen Diskussion um Spielerschutz, Verantwortungsvolles Spielen und Freiheiten. Es bleibt abzuwarten, wie die neuen Gesetze von Verbrauchern, den Betreibern und der allgemeinen Öffentlichkeit aufgenommen werden. In Deutschland wird der im Jahr 2021 beschlossene Glücksspielstaatsvertrag deshalb bis Ende des Jahres neu evaluiert.