Ein Bildschirm mit einer Reihe von Nutzerdaten und Diagrammen.
Foto von Luke Chesser auf Unsplash

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Online Casinos sammeln bei jedem Login, jedem Einsatz und jedem Spin Daten. KI-Systeme nutzen diese, um Suchtverhalten zu prognostizieren.

Die Programme, die inzwischen auch von vielen deutschen Casinos eingesetzt werden, analysieren große Datenmengen in Echtzeit. Veranstalter wie Jokerstar verlassen sich auf Software wie Mindway und Mentor von Neccton (heute OpenBet).

Wie KI Spieleraktivitäten überwacht

Analysiert werden Bereiche wie Einzahlungsmuster (wie häufig Einzahlungen getätigt werden und ob nach Verlusten sehr hohe Einzahlungen erfolgen).

Auch die plötzliche Erhöhung des Einsatzbetrags (z. B. von 10 € auf 100 €) kann Warnsignale aussenden. Klickverhalten, Pausen und welche Spiele sehr häufig gespielt werden, werden von KI begutachtet. Sogar die Verwendung vieler verschiedener Zahlungsmethoden spielt eine Rolle.

Ist diese Analyse abgeschlossen, erstellen die Programme individuelle Verhaltensprofile und deuten auf Abweichungen und Anomalien hin, die als riskant eingestuft werden. Überschreitet das Ergebnis einen bestimmten Schwellenwert, so aktivieren Systeme wie Mentor Pop-up-Nachrichten mit Warnhinweisen für Spieler.

Darin werden Nutzer entweder auf mögliches ungesundes Verhalten Aufmerksam gemacht oder direkt gewarnt, dass eine Zwangspause aktiviert werden könnte. Bessert sich das Spielverhalten nach Einschätzung der Software nicht, folgen Pausen, Limits und schlussendlich eine mögliche Sperre.

KI-Tools sind in der Casinobranche stark verbreitet

Viele internationale Casinobetreiber nutzen KI-Systeme bereits standardmäßig. In Deutschland schreibt der Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) vor, dass Veranstalter Algorithmen einsetzen müssen, um Suchtrisiken zu erkennen.

Laut der deutschen Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) müssen sie „ein technisches System einrichten und betreiben (sog. Safe-​Server), welches sämtliche für die Durchführung der Glücksspielaufsicht erforderlichen Daten erfasst und eine jederzeitige elektronische Kontrolle durch die zuständige Aufsichtsbehörde ermöglichen muss“.

Doch wie effektiv ist die Überwachung mit KI?

Während diese Tools noch immer mit starken Einschränkungen verbunden sind, zeigen Studien von Auer & Griffiths (PMC PubMed Central 2022 und Folgestudie 2026), dass künstliche Intelligenz problematisches Spielverhalten mit hoher Genauigkeit vorhersagen kann – sogar noch bevor der Spieler es selbst erkennt.

Frühe Interventionen, wie automatische Limits oder Beratungshinweise, reduzieren die Ausweitung von Problemen und unterstützen die Einhaltung regulatorischer Vorgaben der GGL oder EU.

Dennoch ist die Technologie kein Allheilmittel. Kritiker bemängeln Datenschutzprobleme, da Spieler oft nicht genau wissen, wie viele ihrer Daten analysiert werden. Zudem besteht die Gefahr, dass technische Fehler durch mangelhafte Datenqualität auftreten. Wer ChatGPT verwendet, weiß, dass KI zu „Halluzinationen“ neigen kann.

Was die Daten bisher verdeutlichen

Auf der positiven Seite können KI-Systeme heute auf ein großes Datenvolumen zurückgreifen, das dabei helfen kann, Spieler ernsthaft zu schützen. Von Neccton und OpenBet veröffentlichte Studienergebnisse deuten bspw. darauf hin, dass

  • eine 15 minütige Auszeit positive Auswirkungen auf das Spielverhalten haben kann
  • 68 % von Spielern nach einer Stunde Pause keine weiteren Einzahlungen an diesem Tag leisten
  • Spieler, die sich kurzzeitig selbst vom Spiel ausschließen, anschließend verantwortungsbewusster vorgehen.

Wenn Sie Bedenken wegen Ihres eigenen Glücksspielverhaltens haben oder jemanden kennen, der betroffen sein könnte, können Sie sich Hilfe holen. Auf unserer Seite Verantwortungsbewusstes Spielen listen wir unter „Beratung und Hilfe“ die Namen und Web-Adressen verschiedener Hilfsorganisationen, an die Sie sich auch per Chat oder telefonisch wenden können. Des Weiteren ist ein Selbst- und Fremdausschluss über das staatliche OASIS-System möglich.

Timm Schaffner

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Timm Schaffner als freier Redakteur für diverse Online-Magazine und gilt als anerkannter Experte für iGaming. Zu seinen besonderen Fachgebieten zählen das deutsche Glücksspielrecht sowie internationale Entwicklungen...