Valletta, 9. Juli 2026 – Der Glücksspieltechnologie-Anbieter Soft2Bet und mit dem Unternehmen verbundene Gesellschaften sind in den Fokus internationaler Medienrecherchen gerückt. Die betroffenen Online-Casinos sollen in mehreren europäischen Ländern wegen fehlender Lizenzen auf Sperr- oder Warnlisten von Aufsichtsbehörden stehen.
Unterlagen zeigen Geldflüsse von rund 600 Millionen Euro
Nach Angaben der Zeitung Times of Malta sowie des Rechercheverbunds Investigate Europe sollen geleakte Finanzunterlagen Geldflüsse von insgesamt rund 600 Millionen Euro zwischen Offshore-Glücksspielseiten und Unternehmen aus dem Soft2Bet-Umfeld dokumentieren.
Den Recherchen zufolge sollen die Zahlungen über ein Netzwerk verschiedener Gesellschaften und Zahlungsdienstleister abgewickelt worden sein. Darüber hinaus soll die Untersuchung Hinweise auf ein weit verzweigtes Geflecht von Unternehmen und Marken ergeben haben, das mit nicht lizenzierten Glücksspielangeboten in Verbindung stehen könnte.
Soft2Bet wehrt sich gegen die Vorwürfe
Soft2Bet weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte gegenüber den Medien, es verfüge über umfassende Compliance- und Governance-Strukturen und halte sich an die geltenden regulatorischen Vorgaben in den Märkten, in denen es tätig sei. Nach Unternehmensangaben werden die Geschäftspartner regelmäßig überprüft und gesetzliche Anforderungen konsequent eingehalten.
Die Veröffentlichung dürfte die Diskussion über den Umgang europäischer Behörden mit grenzüberschreitenden Online-Glücksspielangeboten erneut anfachen. Illegale oder nicht lizenzierte Glücksspielseiten stehen seit Jahren im Fokus zahlreicher Regulierungsbehörden, da sie häufig außerhalb nationaler Aufsichtssysteme operieren und damit Verbraucher- sowie Spielerschutzmaßnahmen umgehen können.
Ob die veröffentlichten Informationen zu behördlichen Untersuchungen oder weiteren regulatorischen Maßnahmen führen werden, ist derzeit noch offen. Weder die Recherche noch die veröffentlichten Unterlagen stellen bislang einen gerichtlichen Nachweis für ein Fehlverhalten dar; die Vorwürfe wurden bisher nicht gerichtlich festgestellt.