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Schweiz prüft Glücksspielgesetz: Die Sperrliste wächst auf fast 3.000 Domains

Eine Frau hält ein Smartphone, auf dem ein Roulettespiel angezeigt wird.

Die Schweiz überprüft ihr Glücksspielmodell – und setzt den bisherigen strengen Kurs weiter fort: Online-Glücksspiele sollen grundsätzlich nur von Anbietern angeboten werden, die über eine entsprechende Schweizer Konzession verfügen. Ausländische Plattformen werden dagegen gesperrt.

Inzwischen umfasst die offizielle Sperrliste fast 3.000 Domains. Allein die Entwicklung dieser Liste wirft die Frage auf, wie wirksam das bisherige System tatsächlich ist. Gleichzeitig läuft 2026 eine umfassende staatliche Evaluation des Glücksspielgesetzes.

Ein Schweizer Sonderweg

Mit dem seit 2019 geltenden Geldspielgesetz hat die Schweiz ihren Online-Glücksspielmarkt bewusst abgeschottet. Anders als in vielen europäischen Ländern können ausländische Betreiber nicht einfach eine Schweizer Online-Lizenz beantragen. Online-Casinospiele dürfen grundsätzlich von bestehenden Schweizer Spielbanken angeboten werden, sofern diese ihre Konzession entsprechend erweitern lassen.

Für Lotterien und Sportwetten gelten wiederum eigene Zuständigkeiten. Die Aufsicht teilen sich insbesondere die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) und die interkantonale Geldspielaufsicht Gespa.

Das Ziel dahinter ist klar: Spieler sollen in einem kontrollierten Markt bleiben, in dem Vorgaben zum Spielerschutz, zur Geldwäscheprävention und zur Aufsicht durch Schweizer Behörden durchgesetzt werden können.

Fast 3.000 gesperrte Domains

Ein zentraler Bestandteil dieses Modells ist die technische Sperrung nicht zugelassener Glücksspielangebote. Internetanbieter in der Schweiz müssen den Zugang zu Domains blockieren, die von den zuständigen Behörden auf die entsprechenden Sperrlisten gesetzt werden.

Die Dimension dieser Maßnahme ist inzwischen erheblich. Im Februar 2026 wurden erneut mehrere hundert Domains hinzugefügt. Berichten zufolge erreichte die Zahl der gesperrten Domains damit rund 2.944. Zu den betroffenen Webseiten gehören nicht nur Online-Casinos und Wettanbieter, sondern teilweise auch Affiliate-Seiten, die Nutzer zu nicht zugelassenen Plattformen weiterleiten.

Damit steht die Schweiz vor einem offensichtlichen Dilemma: Die Behörden können Webseiten sperren, doch neue Domains lassen sich vergleichsweise schnell registrieren. Eine lange Sperrliste ist deshalb zwar ein Zeichen intensiver Durchsetzung, sagt allein aber noch nichts darüber aus, ob das illegale Angebot tatsächlich zurückgeht.

Warum die Regierung das Gesetz jetzt überprüft

Die aktuelle Überprüfung kommt nicht überraschend. Das Schweizer Bundesamt für Justiz führt im Auftrag des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements eine Evaluation des Geldspielgesetzes durch.

Dabei geht es um mehr als die technische Frage, wie viele Webseiten blockiert werden. Untersucht wird unter anderem, ob das Gesetz Spieler tatsächlich zu legalen Angeboten führt, ob die Schutzmechanismen funktionieren und wie sinnvoll die bestehenden Instrumente zur Bekämpfung illegaler Anbieter sind. Der Abschluss der Evaluation wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.

Damit könnte die Untersuchung zu einem wichtigen Wendepunkt werden. Sie muss letztlich beantworten, ob das Schweizer Modell seine ursprünglichen Ziele erreicht – oder ob es an einigen Stellen angepasst werden muss.

Das Problem mit dem Markt außerhalb der Schweiz

Ein wesentlicher Kritikpunkt betrifft die Größe und Struktur des legalen Marktes. Wer ein Online Casino in der Schweiz betreiben möchte, benötigt grundsätzlich die entsprechende Verbindung zu einer Schweizer Spielbank. Somit entsteht eine stark beschränkte Zahl der verfügbaren Anbieter.

Für die Behörden hat dieses Modell einen großen Vorteil: Der legale Markt ist überschaubar und kann relativ eng kontrolliert werden. Für Spieler und Betreiber entsteht dagegen ein deutlich stärker begrenztes Angebot als in liberaleren europäischen Märkten.

Die entscheidende Frage lautet daher: Was passiert mit der Nachfrage der Spieler, die der regulierte Markt nicht abdeckt?

Ein Teil der Spieler könnte auf ausländische Plattformen ausweichen. Genau hier entsteht die sogenannte Grauzone. Die Behörden können den Zugang zu einer Domain erschweren, haben aber nur begrenzte Kontrollmittel für Betreiber im Ausland. Das Schweizer Aufsichtssystem weist ausdrücklich darauf hin, dass ausländische Anbieter ohne entsprechende Schweizer Zulassung nicht legal auf dem Schweizer Markt tätig sein dürfen.

Auch die wirtschaftliche Seite spielt eine Rolle

Neben Spielerschutz und Regulierung geht es bei der Debatte auch um Geld. Einnahmen aus dem regulierten Glücksspielmarkt fließen in der Schweiz unter anderem über die Glücksspielabgaben in öffentliche beziehungsweise sozialpolitisch relevante Bereiche.

Wenn Schweizer Spieler dagegen bei nicht zugelassenen ausländischen Plattformen spielen, entsteht dieser Beitrag nicht im selben Umfang. Schweizer Medien und Branchenbeobachter haben deshalb wiederholt auf erhebliche Einnahmen hingewiesen, die dem regulierten System durch das Offshore-Geschäft entgehen.

Das macht die bevorstehende Evaluation wirtschaftlich ebenso interessant wie rechtlich. Eine strengere Abschottung kann den heimischen Markt schützen – sie garantiert aber nicht automatisch, dass die gesamte Nachfrage in diesen Markt zurückkehrt.

Eine Sperre ist kein vollständiger Schutz

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen zudem, dass Netzsperren kein Allheilmittel sind. Die Schweizer Behörden aktualisieren ihre Listen regelmäßig, während Betreiber ihre digitalen Strukturen verändern können. Eine Plattform kann eine neue Domain verwenden, bevor eine bestehende Sperre ihre wirtschaftliche Wirkung vollständig entfaltet.

Das bedeutet nicht, dass die Sperrmaßnahmen wirkungslos sind. Sie erhöhen die Hürden für nicht lizenzierte Anbieter und erschweren deren Zugang zum Schweizer Publikum. Die Behörden selbst sehen die Zugangssperren als wichtigen Ansatz in ihrem Vorgehens gegen illegales Online-Glücksspiel.

Die wachsende Zahl gesperrter Domains zeigt allerdings, dass die Behörden einem beweglichen Ziel hinterherarbeiten.

Was könnte sich 2026 ändern?

Es steht noch keine konkrete Reform fest. Die Ergebnisse der Evaluation werden deshalb mit Spannung erwartet.

Eine Möglichkeit wären technische Ergänzungen zur bestehenden Sperrstrategie. Denkbar wäre beispielsweise, Zahlungsströme stärker in den Fokus zu nehmen. Eine andere Diskussion könnte sich um die Frage drehen, ob ein breiteres legales Angebot mehr Spieler im regulierten Schweizer Markt halten würde.

Auch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass die Debatte nicht allein theoretisch ist. Die Schweizer Aufsichtsbehörden setzen ihre Maßnahmen gegen illegale Angebote 2026 weiter fort. Gleichzeitig wird auf politischer und administrativer Ebene geprüft, ob das seit 2019 bestehende System noch zeitgemäß ist.

Ein Testfall für Europa

Die Schweizer Entwicklung dürfte auch außerhalb des Landes beobachtet werden. So auch im Nachbarland der Schweiz: Österreich hat seine Glückspielregulierung erneuert. Viele europäische Regulierungsbehörden stehen vor einem ganz ähnlichen Problem: Wie lässt sich ein legaler Glücksspielmarkt attraktiv genug gestalten, während gleichzeitig illegale Anbieter bekämpft und Verbraucher geschützt werden? In Deutschland wird aktuell diskutiert: Sind Limits noch zeitgemäß und was ändert sich mit der Evaluierung des deutschen Glücksspielstaatsvertrags 2026?

Die Schweiz hat sich für einen besonders restriktiven Ansatz entschieden. Fast 3.000 blockierte Domains zeigen inzwischen sowohl die Konsequenz dieses Kurses als auch seine Grenzen.

Die entscheidende Frage für den weiteren Weg lautet deshalb nicht nur, wie viele Webseiten die Schweiz sperren kann. Viel wichtiger ist, ob das System Spieler dauerhaft im legalen Markt hält und gleichzeitig einen ausreichend attraktiven, kontrollierten Wettbewerb ermöglicht.

Die für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartete Evaluation könnte darauf eine erste belastbare Antwort geben.

Julio Grossmüller

Julio Grossmüller Casino & Wett-Experte

Julios langjährige Erfahrung und Leidenschaft für Casinospiele und Sportwetten helfen ihm dabei, Lesern informative Bewertungen und umfassende Berichte zu wichtigen Themen im Glücksspielbereich zu liefern. Durch seine umfassende Praxis kennt er die Stärken und Schwächen der Anbieter genau und teilt sein Wissen in verständlichen und ehrlichen Beiträgen. Sein Fokus liegt auf fairen Spielen und Wetten, attraktiven Bonusangeboten und sicheren Plattformen, die Spielern einen echten Mehrwert bieten.

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